Genius Loci
Der Geist des Ortes

 
 

OBEN

Glossar

Abkürzungen:
Skt.: Sanskrit
jain: Jain
tib.: tibetisch

n
A-B-C-D-E-F-G-H-I-J-K-L-M-N-O-P-Q-R-S-T-V-W-X-Y-Z

A

Advaita-Vedanta

Advaita heißt 'Nicht-Zweiheit' und Vedanta 'Ende des Wissens'. In freier Übersetzung bedeutet es, dass alles Wissen in der Erfahrung der Nicht-Dualität von Geist und Materie seinen Abschluß findet. Somit ist Advaita- Vedanta die Philosophie des absoluten Monismus.

Anuttara-Tantra

(Skt.), "Unübertreffliches Tantra". Bezeichnung der höchsten der vier Tantraklassen. Sie gelten als das beste Mittel zu Erlangung der höchsten Erkenntnis. Teile dieses Tantras sind auch als die Dzogchen-Lehren bekannt.

Avalokiteshvara siehe Chenresi

Avatamsaka- Sutra

(Skt.), "Blütenkranz-Sutra", ist indischen Ursprungs und eine der drei mahayanischen Vaipula-Sutra-Sammlungen

 

B

Bardo

(tib.bar do), "Zwischenzustand". Bereich zwischen Tod und Wiedergeburt, bzw. zwei Wiedergeburten.

Brahma

(Skt.) Hinduistischer Hauptgott der Weltschöpfung, Leiter des Schicksals, Lehrer der Götter, Regierer der Welt und Herr der Götter. Teil der hinduistischen Trinität, welche aus Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter) und Shiva (Zerstörer) besteht.

Brahmane

(Skt.) Das Wort Brahmane ist abgeleitet von Brahma, Teil der hinduistischen Trinität, welche aus Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter) und Shiva (Zerstörer) besteht. Er ist Angehöriger des obersten der vier Stände im hinduistischen Kastensystem. In den Rechtsbüchern (Dharma) waren ihm das Lernen und Lehren der heiligen Schriften sowie das Vollziehen von Opfern als hauptsächliche Tätigkeiten vorgeschrieben.

Bodhisattva

(Skt.), "bodhi" (Erleuchtung) und "sattva" (Wesen): "Erleuchtungs-Wesen". Im Mahayana-Buddhismus ein nach höchster Erkenntnis strebendes Wesen, das auf dem Wege der Tugendvollkommenheit (paramita) die Buddhaschaft anvisiert bzw. in sich selbst realisiert und zum Heile aller lebenden Wesen einsetzt.
Unterschieden wird zwischen irdischen und überirdischen Bodhisattvas. Erstere sind im Weltleben stehende Menschen, die von Güte und Mitlgefühl getragen, ihre Verdienste zum Wohle aller leidenden Wesen (Menschen und Tiere) einsetzen. Letztere sind überirdische (transzendente) Wesenheiten, die in gleicher Weise den Wesen beistehen und ihnen auf dem Pfad der Befreiung behilflich sind.
Überirdische Bodhisattvas haben die letzte Stufe der Erleuchtung bereits erlangt,verzichten aber auf den Eintritt ins Nirvana , um allen nicht-erlösten Wesen auf dem Weg zu ihrer Erleuchtung beistehen zu können. Auf dem Weg zur Bodhisattva-schaft werden zehn Stufen unterschieden, wobei es einem Bodhisattva ab der sechsten Stufe möglich wäre, mit dem Tod ins Nirvana einzugehen, also vom Geburtenkreislauf befreit in den Zustand des Erlöstseins überzugehen. Transzendente Bodhisattvas: Chenresi (Avalokiteshvara)

C

Cakrasamvara siehe Demchok

Chenresi / Avalokiteshvara

Chenresi (Chenresig, Chenrezik) ist der tibetische Name für den Bodhisattva Avalokiteshvara, der Schutzgottheit von Tibet und des Gottes der Gnade, des universellen Mitleids. Das weibliche Gegenstück ist Tara (Weiblicher Bodhisattva). Chenresi/ Avalokiteshvara Der Dalai Lama, das Oberhaupt der Gelbmützen, ist die Inkarnation des Chenresi, weitere Emanantionen sind Padmasambhava, der tibetische König Songtsen Gampo und die Karmapas. Über Chenresi wird gesagt, dass er das ersehnte Tor zum ewigen Leben bereits in seinem ersten Erdendasein erreichte, aber sich entschied, weiterhin auf der Erde wiedergeboren zu werden, um uns den Weg dorthin zeigen zu können. Auch bei den Rotmützen steht Chenresi in hohem Ansehen, weil ihr Sektengründer Padmasambhava als Inkarnation des Chenresi gilt.

Chenresi

Dargestellt wird Chenresi als Hirte mit vier Armen oder als Mischwesen mit elf Häuptern, 1000 Armen und einem Auge in der Handfläche.

D

Dharma

( Skt., das "Zugrundeliegende", "Tragende"), ein sehr breiter Begriff der buddh-hindustischen Terminologie und meint im Prinzip die Lehre Buddhas und die inneren Realisationen, die durch ihre Praxis erlangt werden. Weitere Bedeutungen sind die kosmische Gesetzmässigkeit und die Manifestation der Wirklichkeit

Dharmapala

( Skt., "Schützer der Lehre" des Buddha), oft zornvolle Meditationsgottheiten. Zum Schutz der Lehre und der Institutionen gegen feindliche Kräfte wird im Vajrayana eine Gruppe von Gottheiten durch die Durchführung einer Sadhana angerufen. Außer den eigentlichen Dharmapalas, wie Mahakala (Skt., "der Große Schwarze"), einer zornvollen Erscheinungsform von Chenresig, gibt es die Lokapalas (Skrt., "Beschützer der Welt"), die sich durch einen Eid verpflichteten, die buddhistische Lehre zu schützen.

Dakini

(Skt., tib.) Dakini, "Himmelswandlerin", weibliche Gottheitt, stellt die Verkörperung des Wissens dar. Als Mittlergöttin erfragt sie das Wissen vom transzendenten Buddha um es dem Suchenden zu übermitteln. Sie erscheint zeitweilig in schrecklich-furchterregender Form oder als Yogini. Dakinis kommen in grobstofflicherund feinstofflicher Form sowie körperlos vor.
Sie spielen eine bedeutende Rolle in der buddhistischen Ikonographie und Mythologie und sind das weibliche Gegenstück zu den männlichen "Dakas", "daka" bedeutet im tibetischen "Held" oder "weiser Mann". Der Begriff Dakini wird auch als Synonym für Prajna, Verkörperung von Weisheit, verwendet. Die besondere Aufgabe der Dakinis besteht darin, dem Yogi die Geheimsprache der tantrischen Bücher zu erklären. Außerdem belehren sie ihn, wie paranormale Fähigkeiten ("siddhi") zu erlangen sind oder zeigen dem Suchenden Höhlen, in denen frühere Meister für spätere Zeiten verfaßte Schriften versteckt haben.

Dakini

Die Dakini-Krone besteht aus fünf getrockneten menschlichen Schädeln. Sie hält den Khatvanga Stab in ihrer linken Armbeuge, der mit einem Vajra an der Spitze gekrönt ist. Um ihren nackten, roten Körper trägt sie eine Kette aus fünfzig menschlichen Schädeln. Mit Ihrem linken Fuß steht sie auf Dushenma, der Personifizierung der Begierde. Der großer Feuerkranz hinter ihr symbolisiert ihren Weisheitsaspekt.

Demchok

(tib. Päl Khoro Demchok, "Einer von erhabener Wonne"), in der Kurzform Demchok oder Samvara," das Rad der höchsten Wonne", "höchste Glückseligkeit", in Sanskrit Cakrasamvara, ist die Personifizierung und Quintessenz des Cakrasamvara -Tantras (Srichakrasamvara-Tantras), eines der bedeutendsden tantrischen Systeme ("Muttertantras") überhaupt und repräsentiert damit das Absolute. Die Sadhita-Gottheit Demchok besitzt kein objektives Dasein, sondern wird durch einen meditativen Prozess ins Leben gerufen und fungiert als individuelle Wunschgottheit. Er bewahrt den Meditierenden vor allen schädlichen Einflüssen auf seinem spirituellen Weg. Demchok wird in der Hauptform als viergesichtige, zwölfarmige, männliche Gottheit von tiefblauer Farbe dargestellt, die sich in sexueller Vereinigung (Yab-Yum), als Symbol für die Vereinigung geistlicher Polaritäten, mit der Yogini Dorje Pagmo (Phakmo) oder Vajravarhi befindet.
Auch:Chemchok

Demchok

Deva

(skr. 'div' scheinen, leuchten) Die Devas sind in glücklicher Sphäre lebende und für die Menschen im Allgemeinen unsichtbare Wesen, die aber genau so wie die Menschen und alle anderen Wesen dem beständigen Wiedergeborenwerden, Altern und Sterben unterworfen sind und genau so wie alle anderen die Daseinsrunde durchkreisen.

Dorje

(tib.) Dorje oder Vajra war ursprünglich die Bezeichnung für den "Donnerkeil" Indras. Aus ihm entwickelte sich das "Diamantzepter" als Ritualinstrument im Lamaismus und versinnbildlicht das selbstlose Wirken zum Wohle der buddhistischen Lehre und aller Lebewesen. Zusammen mit der Glocke, dem Symbol intuitiver Weisheit, symbolisieren sie die beiden Polaritäten

Dorje Phakmo/Vajravarahi

(tib.) Die Dakini Vajravarahi - die Diamant-Sau - gehört zur Gruppe der Shamvara-Gottheiten. Sie ist die weibliche Verkörperung des archetypischen Buddha Shamvara. In der Regel wird sie mit ihrem linken Bein in einer Tanzstellung auf einem liegenden Körper dargestellt. Die Göttin trägt eine Schädelkrone, oberhalb derer man den Kopf einer Sau erkennt.
Das Schwein ist ein häufiges buddhistisches Symbol für Verblendung. Dorje Phakmo hat ein solches zweites Gesicht, weil der Sieg der Weisheit über die Verblendung nicht nur bedeutet, daß ein Teil des Selbst unterdrückt oder zerstört wird, sondern auch, dass Weisheit die Verblendung der "Ich Bezogenheit" zähmt und ihre Energie in Weisheit und Große Glückseligkeit verwandelt. Ihre rechte Hand hält ein Vajra-Hackmesser, die linke vor ihrer Brust eine Schädelschale. In der linken Armbeuge trägt sie einen Khatvanga Stab, der mit drei Schädeln und einem Vajra gekrönt ist.
Als Yogini bzw. Weiheitsgefärtin ist sie die Partnerin des Sadhita Demchok.

Dhyani- Buddhas ("Fünf Tathangatas")

Die Dhyani Buddhas werden als die fünf Elemente, aus denen der Kosmos besteht, oder als die Hauptformen der Energie des Buddhawesens betrachtet. Zu jedem dieser fünf Dhyani Buddhas gehört eine Familie, bestehend aus seiner Buddhashakti (weiblicher Buddha) und den Bodhisattvas, die als Söhne des Dhyani Buddha mit seiner Buddhashakti angesehen werden. Die Familienangehörigen eines Dhyani Buddha tragen als Erkennungszeichen im Kopfschmuck eine Miniaturfigur ihres jeweiligen Dhyani Buddha. Die fünf Dhyani Buddhas sind: Vairocana, Akshobhya, Ratnasambhava, Amitabha und Amoghasiddha.

E

Emanation

das Hervorgehen einer Vielheit (aller Einzeldinge) aus einem einheitlichen Urgrund.

 

G

Gampopa

tibetischer Lama (1079-1153) der Kagyüpa-Schule, war der wichtigste Jünger Milarepas. Er hatte verschiedene Schüler, ihrerseits verschiedene Untergruppierungen der Kagyüpa-Schule gründeten.

Gesar

Gesar von türkisch/griechisch/römisch "Kaiser". Er ist die bedeutendste Sagengestalt der Tibeter und ihr Heldenkrieger schlechthin. In der Gestalt des Gesar vereinigt sich Überlieferungsgut, das über den Steppengürtel Eurasiens bis in die Welt der griechischen und römischen Sagen reicht. Als Dralha, "Schutzgeist gegen Feinde", ist er für den Schutz des Tibets verantwortlich. Dargestellt wird er in typischer Dralha-Manier als mächtiger Kriegsgott zu Pferde. Der in vollem Waffenschmuck dargestellte Gesar ist eine auffällige Figur. Er trägt einen mit einem Schwanzbusch verzierten Helm und einen Lederpanzer, der über die Oberschenkel reicht. Als Waffen dienen ihm Keule, Schwert und Bogen.

Gesar

 

 

H

Heruka

Heruka (wörtlich "Bluttrinker") ist eine allgemeine Bezeichnung für eine ganze Klasse von zornvollen Yidam-Gottheiten.

 

 

J

Jatakas

(Skt/P "Geburtsgeschichte" ) Gemeint sind hier Legenden der Vorexistenzen des Buddha, volkstümliche Erzählungen über seine "samsarische Karriere" in den unterschiedlichsten, auch tierischen Existenzen. Sie entstammen alten indischen, vorbuddhistischen Erzählungen (Fabeln, Märchen usw.) und dienen der Verdeutlichung des Geburtenkreislaufs und der moralischen Belehrung des Volkes.

 

K

Kagyüpa-Schule (Karma-Kayüpa/Kagyu)

von Marapa begründete Schule des tibeti. Vajrayna ("Diamantfahrzeug"), in dem die zentralen mystischen Lehren, "durch das Wort überliefert" werden. Ziel des Kagyüpa ist die Verwirklichung der höchsten Realität durch Meditation und Rückzug von der Aussenwelt. Die Lehren beruhen auf der Kadampa-Tradition und den Neuen Tantras, wobei die höchste Lehre die Mahamudra-Lehre ist.

Kalidasa

Über den bedeutendsten Dichter des indischen Kulturraumes Kalidasa gibt es kaum gesicherte biographische Daten. Er lebte im 5. Jh. am Hofe der Gupta-Könige. Kalidasa schrieb sieben Werke.'Kumarasambhava' und 'Raghuvamsha' sind seine zwei epischen Gedichte.'Malavikagnimitra', 'Vikramorvashiya' und 'Abhijnana Shakuntala' sind seine gefeierten Spiele. 'Meghaduta' und 'Ritusamhara' sind auch poetische Werke von großer Auszeichnung.

Karma

(skt. "kamma") wörtlich "Tat". Begriff für den Ursache und Wirkung-Zusammenhang, aus dem heraus alles Handeln, Denken und Reden eine Konsequenz hat, entweder heilsam, der Erlösung förderlich oder schädlich, weil hinderlich. Dabei regelt das Karma die Wiedergeburt.

Kora

Eine pilgermäßige Annäherung und Umrundung eines heiligen Berges im Uhrzeigersinn, zusammen mit der Rezitation von Mantren.

Kubera siehe Vaisravana

 

L

Landschaftsmythologie

Landschaftsmythologie ist eine neue Sichtweise, die Natur und ihre Landschaften zusammenhängend wahrzunehmen. Mit Erfahrung und Wissen aus verschiedenen Gebieten wird eine Landschaft in ihrer umfassenden Kulturgeschichte mythologisch erkennbar. Das Zusammenspiel von Kultplätzen, archäologischen Funden, Ortsnamen, Mythensagen, Ritualen und Volkstraditionen ermöglicht es den Teilnehmenden, vertraute Regionen und Landschaften neu zu entdecken.(http://www.amalia.ch/mytholog.htm)

Lha siehe Yul Lha

 

M

Mahakala

(skt./ tib.), wortwörtlich "Großer Schwarzer", wird als "Großer zornvoller Beschützer" verstanden und ist der bekannteste Dharmapala (Schutzgott des tibetischen Buddhismus). Diese zornvolle Erscheinung ist eine Emanation des Buddha Akshobhya. Mahakala ist eine der wichtigsten Schutzgottheiten der Drukpa-Kagyüpa-Schule des Buddhismus und auch des bhutanischen Staates. Umgeben vom Feuerkranz seiner Energie trägt er eine fünffache Schädelkrone als eine Kette aus Menschenköpfen als Symbol für das Prinzip der Leerheit und eine Girlande aus erbeuteten Köpfen als Symbol für das Prinzip Form. Als "göttliche Weisheitsverkörperung" hat er ein drittes Auge auf der Stirn.

Mahakala

Mandala

(Skt. "Kreis", tib: "dKyil 'khor") Diese symbolisch-religiöse Darstellung des Kosmos (Kosmogramm), dient ausschließlich der Meditation, d. h. das Bild dient als Vorlage für eine bestimmte Visualisierung, die in der Meditation realisiert werden soll. Der Meditierende versucht während seiner Meditation zur Mitte des Mandalas vorzustoßen, um sich mit der im Zentrum dargestellten Gottheit im Geiste zu vereinen. Die Grundform eines Mandalas besteht aus einem in vier gleichschenkeligen Dreiecken unterteilten Quadrat und mehreren es umschließenden konzentrischen Kreisen.

Mandala

Manjushri

(Skt, tib.`jam dpal) Manjushri (Manjusri), oftmals der Bodhisattva der Weisheit genannt, ist einer der zumeist verehrten Religionsfiguren des Buddhismus. Manjushri ist "der Bodhisattva, der die verkörperte Praktik des Sehens der Dinge so wie sie wirklich sind ist, ohne begrenzte Sicht". Er ist als wesentlich älter als die meisten anderen Bodhisattvas beschrieben; tatsächlich wird gesagt, dass er der Lehrer von mehreren Buddhas in vorigen Äonen war. Der Name Manjushri bedeutet "wundervolle Tugenden". Er ist oft mit einem Buch und einem Schwert abgebildet. Sein Schwert ist eine symbolische Klinge, die den Irrglauben durchtrennt und zerstört und so den Durchbruch zur Erleuchtung bringt. Seine zornvolle Entsprechung gilt als Yamantaka.

Manjushri

Marpa

(1012-1089), Lama und Gründer der Kagyüpa-Schule war Schüler des Naropa und Guru des Milarepa. Er unternahm drei Reisen nach Indien um dort die Initiationen für tantrische Lehren zu erhalten, die den Grundstein der von ihm gegründeten Kagyüpa-Sekte bildeten.

 

N

Naga

(Skt.; tibet. klu)Zumeist eine Bezeichnung für ein mächtiges, schlangenartige (Schlangenleib und menschlichem Haupt bzw. Oberkörper) niedere Götter mit durchaus unterschiedlichem Charakter, die bereits in den frühesten indischen Überlieferungen auftauchen. Sie leben vor allem in Gewässern und werden oft als Bewacher verborgener Schätze - auch spirituellem Wissen - beschrieben. Die Nagas, von denen einige spirituell fortgeschritten sind, gehören halb in den Bereich der Tiere und halb den Göttern an. Es heisst auch, dass sie Macht über das Wetter haben und bestimmte Krankheiten verursachen. Gelegentlich wird die Bezeichnung Naga auch für höherer Wesen wie Arhatas verwendet.

Naga

Nirvana

(skt. "Verlöschen") Zustand der Befreiung , Erleuchtung, des Erwachens. Es ist ein Zustand vollkommener Ruhe und absoluten Friedens, die absolute, unpersönliche letzte Wirklichkeit, in die Erlöste eingehen - das Paradies für Hindus und Buddhisten. Hier endet die Wanderung durch die samsarische Welt und das Ende der Leiden ist erreicht.

Nyatri Tsenpo

König vereinigte der Legende nach im Jahre 127 v.Chr. verschiedene kleinere Königreiche zu einem Land, das man als den Anfang von Tibet betrachtet (Yarlung-Dynastie). Verschiedene Quellen geben an, dass Nyatri Tsenpo ein König aus Indien war, der eine Schlacht des großen Mahabharata-Epos verlor und dann nach Tibet floh; andere , insbesondere Bön-Texte sprechen von einer wundersamen Erscheinung aus dem Himmel. Ihm folgten 41 Könige der Yarlung-Dynastie, die 969 Jahre lang - d.h. bis 842 n. Chr. - Tibet regierten. Schreibweisen: Nyatri Tsenpo, Nitri Tsampo

Nyen

(tib.) Götter, insbesondere Berggötter, die ursprünglich von den Bön-Pos verehrt und dann auch von den Buddhisten als Schutzgottheiten übernommen wurden

Nyingma-Schule (Nyingmapa)

(tibt. die Alten) Die auf Padmasambhava zurüchgehende Nyingma Schule wird auch, nach ihrer roten Kopfbedeckung, "Rotmützen-Schule" genannt Unter diesem Begriff werden die Saskya-, Kagyüpa-,und Gelug-Schulen des tibetischen Buddhismus zusammengefasst. Die Nyingma-Schule bewahrt die ursprüngliche nicht-klösterliche tantrische Überlieferung Indiens und integriert in diese Elemente tibetischer magisch-schamanischer Praxis. Ihre Lehrer sind häufig Laien oder Verwirklicher und vermeiden seit jeher hierarchische Organisation.

P

Palden Lhamo

(skt., tibt.) Palden Lhamo ist der tibetische Name der Hindugöttin Shri Devi. Als eine der der bedeutendsten Schutzgottheiten im tibetischen Buddhismus, ist sie und die einzige weibliche Gottheit in der mächtigen Gruppe der acht Dharma-Beschützer (Dharmapala).
Palden Lhamo als Shri Devi repräsentiert die dunklen Kräfte des Großen Mutter-Aspektes im Leben. Im Buddhismus ergriff sie eine beschützende Machtfunktion, um die zerstörerischen Kräfte der Ich-Bezogenheit zu bezwingen. Speziell in Tibet könnte sie alte einheimische, mit der Bön-Tradition verbundene weibliche Gottheiten verdrängt haben. Nach ihrer Einführung in Tibet wurde sie in das Gefolge anderer Gottheiten eingegliedert. Oft erscheint sie als Begleiterin des Mahakala.

Palden Lhamo

Parikrama siehe Kora

Puranas

Die Puranas sind Schriften in metaphysischer Form, die den Hindus als kanonische Bücher dienen. Die wichtigsten dieser zu den grundlegenden Schriften des Hinduismus gehörenden Puranas sind die achtzehn großen Maha-Puranas, Lehrgedichte, welche ein buntes Gemisch aus Legenden, philosophischen Erörterungen, Kosmologien und rituellen Geboten enthalten. Das berühmteste Purana, zugleich eines der spätesten, ist das Bhagawata- Purana.

 

R

Ramajana

Das Ramajana entwickelte sich in den Jahren von ca. 400 v. Chr. - 200 n. Chr. und ist neben dem Mahabharata das zweite für Hindus bedeutsame Epos. Auch aus ihm leiten die Inder bis heute gültige soziale und sittliche Gesetze ab. Das Ramayana schildert das Leben und die Taten Ramas, der als Inkarnation des Gottes Vishnus betrachtet wird und der in vorbildlicher Weise das Dharma lebt.

 

 

S

Samadhi

(skr.) wörtl. "Fest-zusammen-gefügtsein". Samadhi ist das Gerichttetsein des Geistes durch Sammlung, Konzentration oder Versenkung auf ein einziges Objekt und ist gegenstandsleer.

Samkhya-Philosopie

(skt.) Das Sanskritwort Samakhya lässt sich mit "Zahl" oder "zählen" übersetzen. Sie wurde von Shri Kapla Muni schon vor dem Auftreten Buddhas (ca. 560-480 v. Chr.) und verbreitet ein von Leiden befreites Wissen. Grundlage ist ein metaphysischer Dualismus zwischen der Wirklichkeit des Geistes oder der spirituellen Seele und der Natur bzw. Materie.

Samsara

(skt. "umherwandern, weiterfahren, vorüberfliessen") Scheinwelt der Wiedergeburten. Buddhistischer Kreislauf der Existenzen und Kette der Wiedergeburten, an die alle irdischen, unter- und überirdischen Wesen so lange gebunden sind, bis sie Erlösung erlangt haben und ins Nirwana eingehen.

Sannyasi, Sannyasin

(skt.) Sannyasi bedeutet 'Weltentsagung'. Mit diesem Begriff wird sowohl der hiermit verbundene Initiationsritus, als auch die anschließende Lebensform als Sannyasi bezeichnet und benennt die Praxis der Weltentsagung.

Shakti

(skr. "Energie" ), aktive, dynamische weibliche Kraft oder auch göttliche bzw. kosmische Energie des höchsten Gottes, ausgedrückt in ihrer Erscheinungsform als wunderbare, wohlwollende Göttin, der kosmischen Urmutter oder Weltenmutter (Parvati - Shiva, Lakshmi - Vishnu ).

 

T

Tantra/ Tantrismus

(skt., tib.) bedeutet soviel wie "Ursprung" oder "Entstehung von Wissen". Zum einen bezeichnet es das Lehrsystem des Tantrismus zum anderen die Schriften, die dieses Lehrsystem beschreiben.
Tantrismus. Dem Tantra entsprechendes esoterisches Lehrsystem, dessen Ziel die Transzendierung der realen Welt in die höchste Wirklichkeit ist. Wesentliche Elemente sind die Verwendung von Mandalas und Mantren. Der tantrische Weg gilt als radikal und gefährlich; die Führung durch einen Guru ist unerlässlich.

Tathangatas siehe Dhyani- Buddhas

Terma

(tib.), "Schatz", sind Texte, die von grossen Yogis und Meistern versteckt wurden und von Tertöns, "Schatzfindern", im Laufe der Jahrhunderte, wenn die Zeit reif für einen "Schatz" ist und von der Menschheit verstanden werden kann, gefunden und damit offenbart werden.

Tirthankara

Religiöse Propheten der Jainas. Das Wort bedeutet "Furtbereiter" oder "Bahnbrecher", jemand der eine Furt (tirtha) zur Befreiung durch den Ozean des Samsara schafft. Es gibt 24 Tirthankaras in dem gegenwärtigen kosmischen Zeitzyklus, die in den heiligen Schriften der Jainas aufgezeichnet sind. Die beiden letzten waren Parshava (Parsva) und Mahavira . Sie waren grosse Asketen und fähig, anderen Menschen den Weg zur Befreiung zu zeigen.

Tsongkhapa

1357-1419. Reformierte die Kadampa-Tradition, aus der dann die Gelugpa (Gelug)-Tradition, als vierte Schulrichtung des tibetischen Buddhismus hervorging. Je Tsongkhapa zeigte seit frühester Kindheit einen starken Hang zur Spiritualität erhielt schon in jungen Jahren viele verschiedene Unterweisungen. Tsongkhapa reiste zu vielen Meistern seiner Zeit und erhielt Belehrungen verschiedener Traditionen, wie z.B. die höchsten Unterweisungen der Nyingma und Kagyü Tradition, Dzogtschen und Mahamudra. Neben seinen häufigen Meditations-Zurückziehungen verfasste Je Tsongkhapa viele Werke und Kommentare. Seine gesammelten Werke umfassen achtzehn Bände und bilden die Grundlage der Gelugpa Schule. 1409 gründete Tsongkhapa in

Je Tsongkhapa

der Nähe von Lhasa das Kloster Ganden auch: Tsong-Kha-pa, Losang Dragpa , Tsongkapa, Je Tsongkhapa

 

V

Vaisravana

ist als Lokapala (Schützer der Weltenrichtungen) der Hüter des Nordens. Sein tibetischer Name lautet Namthöse, als Dhramapala (Schützer des Buddhismus) wird er Jambhala oder Kubera genannt. Er ist eine bedeutende tibetische Gottheit und gilt als Führer der Heerscharen der Yakshas (Nöjin), sowie als Schutzgottheit des Kangchendzönga und Gott des Reichtums. Mit lodernden Augenbrauen und Oberlippenbart erscheint als zornvolle rote Gottheit Namthöse. Einen Panzer aus vergoldetem Leder trägt die Gottheit über seinen erlesenen Seidengewändern. Die linke Hand hält einen perlenspeienden Mungo, die rechte schwingt eine Lanze.

Vaisravana

Vajrapani

(skt., tib. Chana Dorje), "der den Vajra in der Hand hält". Vajrapani leitet sich vom vedischen Regen- und Gewittergott Indra ab und kommt im tibet. Buddhismus in zwei verschiedenen aber namengleichen Wesenheiten vor: dem transzendente Bodhisattva Vajrapani und der zornige Regengott Vajrapani. Der Regengott Vajrapani, gilt vielen zugleich als Hüter der tantrischen Geheimlehren und gilt als Emanation des Buddha Aksobhya sein. In der Schule der Gelugpas wird er in einer Reihe mit Avalokiteshvara und Manjushri als Schutzgottheit dargestellt und verkörpert die Macht. Diese drei Schutzgottheiten symbolisieren das Mitgefühl (Avalokiteshvara), die Weisheit (Manjushri) und die Macht (Vajrapani) aller Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Veden

( skt. 'vid', Wissen, Weisheit). Bezeichnung für die ältesten Schriften der indischen Literatur, die als Offenbarung verehrt werden. Die ursprünglich nur mündlich überlieferten Texte wurden erst später aufgezeichnet. Der Veda gilt als 'apauruseya', übermenschlich. Das heilige Wissen ist ewig, es existierte schon vor der Schöpfung und es wird auch nach der Vernichtung aller Universen weiterbestehen, so heisst es. Die Veden gliedern sich in vier Abteilungen. 1. Rig-Veda, der Veda der Verse, 2. Sama-Veda, der Veda der Gesänge, 3. Yajur-Veda, der Veda der Opfersprüche und 4. Atharva-Veda.

Vier heilige Berg Tibets

Alten tibetischen Schriften und Überlieferungen zufolge, gibt es in Tibet vier Haupt-Berggottheiten die auf den vier berühmtesten heiligen Bergen Tibets residieren: Nyenchen Thanglha, Yarlha Shampo, Kula Kangri und der Nöjikangsang. Ein fünfter Berg, der Öde Gunggyal, existiert als Urkönig oder Urahn. Dieses System ist nicht starr festgelegt, sondern, bedingt durch regionale Traditionen, politischer Macht oder historischer Entwicklung durchaus variabel. Allen Gemeinsam ist jedoch die Tatsache, das sie schon zu Zeiten der alten Bön-Religion eine zentrale Rolle spielten.
NORDEN ------Nyenchen Thanglha--------Nyenchen Thanglha
OSTEN --------Yarlha Shampo-----Yarlha Shampo
SÜDEN--------Genyen Kulahari---Kula Kangri
WESTEN-------Nöjin Kangwa Sangpo----Nöjin Kangsang
"URKÖNIG"---Öde Gunggyal

Vishnu

Neben Brahma und Shiva ist Vishnu, der der Gott der Welterhaltung, der dritte Gott in der hinduistischen Göttertrinität. Er repräsentiert die ewige Personalität des Bewusstseins, in ihm ist alles gestützt, in seiner Weite, Stabilität und Substanz, Wischnu ist Ewigkeit.

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Y

Yeshe Tsogyal (Tshogyel)

(tib.)Yeshe Tsogyal war ursprünglich eine Nebengemahlin des tibetischen Königs Trisong Detsen, danach schloss sich Padmasambhava an und wurde zu seiner engsten Vertrauten und "Weisheitsgefährtin". Ihr wird die Neiderschrift zahlreicher Lehren zugeschrieben, die dann als Terma-Texte versteckt wurden.
Ihrem Wesen nach gehört sie zu der Klasse der körperlosen, transzendenten Dakinis.

Yidam

(skt.), "im Herzen gebundene Gottheit". Schutzgottheit des tibetischen Buddhismus als geheim gehaltene persönliche Gottheit, die dem Schüler bei der Beseitigung der Hindernisse hilft. Aufgabe des Schüler ist die Identifizierung mit seinem Yidam und die Transformation seines Wesens in das des Yidams.

Yul Lha, Yül Lha

(tib), "die Götter des Landes", auch Lamo. Götter und Göttinnen , die hauptsächlich aus vorbuddhistischen Zeiten stammen und dem buddhistischen Götterpanthenon als Gottheiten einverleibt wurden.

 

 

 


OM! Juwel im Herzen des Lotus!HUM!

© emmet 2008




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