 Der Geist des Ortes
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OBEN | |  | n Europa sind es vor allem drei heilige Berge, die die religiösen Vorstellungen des "alten Europa" mit prägten: die griechischen Berge Olymp, Parnass und der Berg Athos. Aber auch in anderen Länder Europas gibt es Berge, die als Wohnstätten | der Götter, Kraftzentren oder Wallfahrtsorte ihren Platz in der sakralen Bergwelt einnahmen - und auch noch einnehmen. Wie im Himalaya waren auch sie Schauplätze grosser Mythen und Orte wo sich Himmel und Erde, Mensch und Gott begegneten. |
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Denken wir im Zusammenhang mit Europa an heilige Berge, fällt es schwer Berge zu finden, denen man dieses Attribut anhängen kann. Dem humanistisch Gebildeten fallen natürlich sofort Olymp und Parnas ein, der mehr religiös orientierte wird sicher an den heiligen Berg Athos denken, aber zu mehr reicht es im Moment nicht. Zu recht, sind sie doch auch Wahrzeichen der europäischen Kultur und Geistesgeschichte. |
| | So thront Zeus "umtönt von unsterblichen Weisen apollinischer Musik, erfüllt vom seligen Glück der göttlichen Unsterblichkeit" in der Runde seiner Götter auf dem griechischen Olymp. Durch die Musen, die als Töchter des Zeus auch auf dem Olymp beheimatet sind, steht er für Harmonie und Schönheit in der Kunst. Im Osten Mittelgriechenlands erhebt sich gut sichtbar das Massiv des Parnass, dem zweiten wichtigen Götterberg im alten Griechenland. Den Griechen nach liegt hier die Wiege der Menschheit. Auch der heilige Berg Athos hat seine Ausstrahlung bis in die heutige Zeit bewahrt und ist Ort für innere Ruhe und Frieden geblieben. | | Aber unser Kontinent weist noch eine grössere Anzahl an Kraftorten und heiligen Bergen auf. Nur - uns aufgeklärten und gebildeten Europäern ist das Wissen um diese Orte in der Regel verloren gegangen. Insbesondere die Alpen, aber auch alle anderen Gebirge Europas, sind reich an Bergen von besonderer Bedeutung. Da gibt es in der Provence den Mont Ventoux, der nicht nur den Radfahrern heilig ist, sonder auch den Kelten schon heilig war. Die "Sacri Monti", die "Heiligen Berge", sind eine typische Erscheinungsform der italienischen Voralpen im Piemont und der Lombardei. Sie erinnern an den Weg Christi auf den Kalvarienberg, den Aufstieg zum Göttlichen. Da wäre in Irland der Croagh Patrick, wo der heilige Patrick, der Landespatron Irlands meditierte, in Slowenien der Tiglav.... |
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Unter dem noch jungen Begriff "Landschaftsmythologie"
, der Archäologie, Ethnologie und Mythenforschung zusammenbringt
und interdisziplinär verknüpft, werden Mythos und Kult
der Alpen erforscht. Gerade im Zusammenhang mit den Alpen verweise
ich auf die Bücher von Hans Haid, insbesondere auf sein Buch
"Mythos und Kult in den Alpen" (Rosenheimer-Verlag), die ich dem
interessierten Lesern ans Herz legen möchte. Im gleichen Verlag
erscheint 2003 als Fortsetzung "Magische Stationen in den Alpen"
(Arbeitstitel) mit neuen Ergebnissen.
Haid ist Mitarbeiter einer kleinen Gruppe von Forschern um den Schweizer Germanisten, Ethnologen und Autor Kurt Derungs, die diesen ganzheitlichen Ansatz konsequent umsetzt. Auch der Verlag edition amalia ist auf diesem Gebiet, allerdings in der Regel auf die Schweiz konzentriert, aktiv.
In diesem Zusammenhang sei noch auf die Arbeit von Rainer Limpöck
hingewiesen, der unter dem Titel Alpen-schamanismus
bzw. Alpenschamanismus-Netzwerk
sehr informative Seiten mit einer Vielzahl von Informationen und
Links zu den Themenbereichen Alpenkraft - Kraftorte - Kraftwandern
betreibt.
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Olymp |
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Wer heute den Gipfel des 2917 Meter hohen Olymp erwandern will,
tut dies in dem Bewusstsein, heiligen Boden zu betreten. Um keinen
anderen europäischen Berg ranken sich so viele Mythen und Legenden,
kein anderer europäischer Berg kann es mit dem Götter-Panthenon
des Olymp aufnehmen, ist von grösserer geistes- oder kulturgeschichtlicher
Bedeutung.
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Parnass
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In der Landschaft Phokis gelegen, steigt der Parnass, einer der
majestätischsten Berge Griechenlands, mit seinem Hauptgipfel
Liakoúra zu einer Höhe von 2459 m auf. Am Fuß
des Parnass liegt die Orakelstätte des Gottes Apollon: Delphi.
Doch der Berg gehörte nicht nur diesem Gott allein. Apollon
teilte ihn, insbesondere zu bestimmten Jahreszeiten, mit seinem
Widersacher und Widerpart: Dionysos.
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Athos |
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Der Athos ist der östlichste der drei Finger der makedonischen
Halbinsel Chalkidiki und wird in seiner gesamten Länge von
einem Gebirgsrücken durchzogen, der sich am Ende zu einem gewaltigen
Gipfel von 2033 Metern Höhe auftürmt, dem Berg Athos.
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Croagh
Patrick |
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Der Croagh Patrick, Irlands heiliger Berg, ragt unweit von Westport
unvermittelt 753 Meter hoch aus dem weiten Küstenvorland. Dieses
uralte Pilgerziel der irischen Insel ist ein steiniger Berg, auf
den die Pilger teilweise mit bloßen Füßen wallfahren - zum Gedächtnis
an die Christianisierung Irlands durch den heiligen Patrick.
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Monte
Verita |
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Der Monte Verita ist zwar kein "echter" heiliger Berg,
aber trotzdem versuchte man auf im die "Wahrheit " zu
finden.
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Montserrat |
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Der Montserrat hat offenbar schon sehr früh eine religiöse Bedeutung
erhalten. Belegt ist, das schon in vorchristlicher Zeit hier ein
Venustempel gestanden haben muss, der , so berichtet die Legende,
durch den Erzengel Michael zerstört wurde.
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Kasbek |
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Der Kasbek ist , wie der Elbus ( 5633 m) als höchster Berg des
Kaukasus, ein heiliger Berg. Nicht nur der Gipfelbereich, sondern
das gesamte Gebiet mit seinen Anhöhen und Tälern, genießt bei den
Georgiern eine besondere religiöse Verehrung. Die Ursprünge seiner
Verehrung gehen bis zu den alten Griechen zurück, die den Kaukasus
nach der deukalionischen Flut als die Wiege der Götter und das Ende
ihrer Welt nach Norden betrachteten.
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