 Der Geist des Ortes
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OBEN | |
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"Hoch über deiner Brüder Chor,
Kasbek, strebt stolz dein Zelt empor
Und strahlt, im ewgen Eise flimmernd.
Weiß hinter Wolkenscheiern schimmernd,
Schwebt Noahs Arche gleich im Raum
Dein altes Kloster, sichtbar kaum.
Du ferner, heißersehnter Ort,
Könnt ich aus enger Schlucht aufstreigen
Zu dir, und fänd` der Freiheit Hort,
Den Frieden in der Zelle Schweigen,
Gott nah hoch über Wolken dort"
Alexander Puschkin, 1829
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er Wanderer steigt vom Ferienort Kasbeghi aus zur Zminda-Sameba-Kirche
auf. Sie liegt auf einer knapp 2.200 m hohen Felsnase gelegen, mit
Blick auf den Gergeti-Gletscher. Vor ihm eröffnet sich im Hintergrund
das grandiose Massiv des 5040 m ( nach anderen Angaben 5047 m) hohen
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Kasbek; zusammen bilden Kirche und Berg das bekannteste
Postkartenmotiv Georgiens.
Doch der Kasbek, höchster Berg des Landes, zeigt sich nicht jeden
Tag. "Der Kasbek ist", wie der georgische Bergführer Gela bemerkt,
" wie eine schöne Frau, die sich Fremden nur verschleiert zeigt".
Nur bei schönem Wetter zeigt er seinen schneebedeckten charakteristischen
kegelförmigen Umriss. Kenner bezeichnen diesen Ort nicht nur als
den schönsten Georgiens, sondern sogar als schönsten der ganzen
Welt.
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Der Kasbek ist , wie der Elbus ( 5633 m) als höchster Berg des
Kaukasus, ein heiliger Berg. Nicht nur der Gipfelbereich, sondern
das gesamte Gebiet mit seinen Anhöhen und Tälern, genießt bei den
Georgiern eine besondere religiöse Verehrung. Die Ursprünge seiner
Verehrung gehen bis zu den alten Griechen zurück, die den Kaukasus
nach der deukalionischen Flut als die Wiege der Götter und das Ende
ihrer Welt nach Norden betrachteten.
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Seit dem ersten der drei großen griechischen Tragödiendichter,
Aischylos (525 - 456 v. Chr.), galt der Kasbek als der Prometheus-Berg.
Aischylos widmete Prometheus bzw. Amiran, wie ihn der der georgische
Mythos nennt, eine Trilogie, die mit seiner Fesselung an einer Felswand,
"Der Erde äußerstes Geländ" beginnt. Prometheus/Amiran hatte den
Göttern das Feuer entwendet und den Menschen gebracht - bestraft
wurde er mit der Ankettung an den Kasbek, wo ihm ein Adler die Leber
zerhackt, die ihm des Nachts aber immer wieder nachwächst.
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Prometheus.
Gemälde von Gustave Moreau (1826 - 1898) |
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August von Haxthausen (1792 - 1865) , ein Kenner des russischen
Agrarwesens, berichtet in seiner "Transkaukasia", entstanden nach
einer Rußlandreise 1843/44, von weiteren Legenden. So soll es neben
einem aus Kristall bestehenden Schloß auch einen Tempel geben, in
dessen Mitte eine Taube schwebt; auch soll es von Einsiedlern bewohnte
Höhlen geben. Tatsächlich befindet sich an einem Felshang des Hauptgipfels
ein Höhlenklosterkomplex, der noch nicht erforscht ist.
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Für die Georgier hat das gesamte Gebiet um den Kasbek eine besondere
religiöse Bedeutung. Das wichtigste Heiligtum ist mit Abstand die
Sameba-Kirche oder Dreifaltigkeits-Kirche, die einzige Kuppelkirche
in den Bergregionen Georgiens. Die Kirche, die sich auf das 14.
Jahrhundert datieren lässt, enthält im Glockenturm die Inschrift:
"Der Bauer Toma und der Ochs Loma". "Nach der volkstümlichen Überlieferung
" so Maja Sachltchuzischwili," baute ein Bauer namens Toma die Kirche,
die Steine und anderes Baumaterial trug er mit Hilfe seines Stieres,
der Loma hieß, auf den Berg. Eine andere Legende erzählt, dass die
Könige Georgiens auf dem
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Zminda-Sameba-Kirche
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höchsten Punkt dieses Gebietes, dem heutigen
Kreuzpass, ein Schaf als Opfer für die Gottheit schlachten ließen.
Da flog ein Adler heran, raubte das Opfertier und flog weiter. Die
Jäger und die Begleiter der Könige folgten ihm. Der Adler näherte
sich einem Berg vor dem Kasbek-Gletscher und setzte das Schaf am
Fuß dieses Berges ab, heute befindet sich hier das Dorf Gergeti.
Nach einer Weile nahm der Vogel das Opfertier wieder mit seinen
Krallen auf und setzte es in der Mitte des Berges im Wald ab. Das
dritte Mal ließ er das Schaf auf dem Gipfel des Gergeti-Berges fallen.
Die Könige begriffen den Sinn dieses Ereignisses und erbauten auf
dem Berggipfel das Kloster "Sameba" - Dreifaltigkeit. An den drei
Stellen, an denen das Schaf abgesetzt wurde, errichtete man drei
Kreuze." (1).
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Zwei weitere wictige heilige Orte befinden sich in der Nähe
der Betlehemi-Hütte (3680 m) , einer einfachen Übernachtungsunterkunft
und früheren meteorologischen Station, weit oberhalb der Zminda-Sameba-Kirche:
eine kleine Kapelle und die Betlehemihöhle. Der letztere, an
einem Felshang des Kasbek auf 4100 m gelegen, ist schwierig und
nur durch Kletterei zu erreichen. Der Überlieferung nach, wurde
hier die Wiege Christi und das Zelt Abrahams aufbewahrt; die Höhle
gilt auch als der Ort, an dem Amirani gefesselt war. Bergsteiger
werden gebeten, die Heiligkeit dieses Ortes zu respektieren.
Namen
Der Kasbek wird von den Georgiern Mquinvari bzw. Mqinvartsveri
( „der von Eis bedeckte“) genannt, die Osseten nennen ihn Zeristi
Jub (Berg Christi).
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 | Zun Thema |
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Im Gegensatz zu anderen Bergen des Kaukasus,
befindet sich der Kasbek, als attraktivster Berg Georgiens, in einer
politisch sicheren Zone und ist zudem relativ einfach zu besteigen.
In dieser trotzdem noch wenig alpinistisch entwickelten Region,
findet der Bergsteiger keine ausreichende touristische Infrastruktur
vor.
Vor diesem Hintergrund betreibt Mountain Wilderness (MW) das Projekt
-Nachhaltige Bergsport- und Tourismusentwicklung am Kasbek- als
Gemeinschaftsprojekt von MW Deutschland und MW Schweiz. MW hat sich
zum Ziel gesetzt, durch die Renovierung einer Selbstversorgerhütte
am Kasbek in Georgien und der Publikation eines regionalen Tourenführers,
die georgische Kasbek-Region als attraktives Bergsportgebiet bekannt
zu machen. Damit soll erreicht werden, dass der Bergsport im Kaukasus
langfristig einen umwelt- und sozialverträglichen Beitrag zur
Existenzsicherung der einheimischen Bevölkerung leistet, indem
die Devisen westeuropäischer AlpinistInnen in erster Linie
den einheimischen Bergführern und kleinen touristischen Unternehmen
(z.B. Privatvermietern, Restaurantbetrieben, Pferdeverleih) zugute
kommen.
Mountain Wilderness
Nachhaltige
Bergsport- und Tourismusentwicklung am Kasbek
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