Genius Loci
Der Geist des Ortes

 
 

OBEN
Heilige Berge
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Kilimanjaro

"Von alters her war die Erde allenthalben glatt und gleich. Da richtete sie sich auf. Und wollte mit dem Himmel reden. Als sie sich wieder von ihm trennte, kam sie nicht überall nach Hause. Was mitwegs müde wurde, vollendete den Abstieg nicht. Und verblieb, wo es war. Das wurden die Berge und Hügel auf der Erde."
Fabel der Wachagga

m Norden Tansanias erhebt sich aus der flachen ostafrikanischen Hochebene, nahe der Serengeti und dem Ambolesi- Nationalpark, der mächtige, von Gletschern bedeckte Gebirgsstock des Kilimanjaro, des "Königs der afrikanischen Berge".

Im Zentrum des Massivs erhebt sich die Stufenpyramide des Kibu mit dem Uhuru Peak, der höchsten Spitze, mit 5895 m Höhe. Östlich davon ragt die bereits stark erodierte Vulkanruine des Mawenzi mit 5151 m in die Höhe. Der Riesenvulkan ist nicht nur das Wahrzeichen Ostafrikas, sondern das stolze Symbol des afrikanischen Kontinents. Für die Wachagga oder Dschagga die zu seinen Füssen lebenden Menschen, hat er eine große spirituelle Bedeutung, sie nennen ihn ehrfürchtig "Kilima-njaro" -"Haus Gottes". "Selbst wenn man ihn nicht sieht, spürt man ihn. Wie eine Person, die an einen denkt, auch wenn sie nicht da ist ", so ein Sprichwort der Wachagga.

Die fruchtbaren Berghänge sind für die Bergbauern ein Garten Eden, in dem Bohnen, Kassava-Pflanzen, Bananen und Kaffeesträucher wachsen, obwohl die Felder bis in eine Höhe von 2000 m hinaufreichen. Doch das Paradies beginnt zu sterben. Der

Kilimanjaro muss hunderttausende von Menschen ernähren, deshalb wird jeder Quadratmeter intensiv genutzt, so dass Bergbäche hoch mit Pestiziden belastet sind. Mittlerweile sind seine bewohnten und bearbeiteten Hänge derart übervölkert, dass in diesen Gebieten 500 Menschen auf einem Quadratkilometer bewohnen. Durch immer weitere Rodungen ist mittlerweile ein Grossteil des Kilimanjaro - Regenwaldes zerstört - und damit auch die Rückhaltekapazität des Bodens.

Kilimanjaro
Kilimanjaro

Zu den hausgemachten Problemen kommt noch die globale Klimaveränderung - "Snow at the Kilimanjaro - Schnee am Kilimanjaro", dieser Schnee von heute könnte schon bald geschmolzen sein. Von seinen ehemals ausgedehnten Schnee- und Eisfeldern hat der Kili bereits 82 Prozent verloren. Amerikanische Forscher haben berechnet, dass in ca. 15 Jahren die weisse Kappe abgeschmolzen sein wird. "Nur der Kibu -Gipfel des Kilimanjaro , der sei erhaben über alle Vergänglichkeit. Der Kibu wird dauern von Anfang zu Anfang," sagen die Wachagga, " Nichts bleibt , wie es war."

Für die Wachagga, die am Osthang des Kilimanjaro siedeln, ist der schnee- und eisbedeckte Kibu-Gipfel des Kilimanjaro nicht irgendein vulkanischer Eruptionskegel, sondern Sinnbild der Ewigkeit: Sprichwörter "Wie der Kibu nicht weicht von seinem Orte, so weiche dein Leben nicht von Dir" und "Bleibe hier auf Erden und dauere wie der Kibu", unterstreichen den Ewigkeitsgedanken der Wachagga. Der Kibu-Gipfel des Kili bestimmt sogar die Beerdigungsriten: Die Wachagga begraben ihre Toten mit dem Kopf in Richtung zum schneebedeckten Gipfel. Ihr Gott heisst Iruva, was in etwa Sonne bedeutet. Ihr Gott heisst Iruva, was in etwa Sonne bedeutet. Mit der Sonne als untergehender Himmelskörper ist Iruva nicht identisch, denn Iruva ist zu allen Zeiten für sie da. Ihm zu Ehren sprechen sie zur Mittagszeit dem Kilimanjaro zugewandt

"Wir kennen Dich, Gott, Häuptling, Erhalter...
Er, der die Menschen losreisst, dass sie leben.
Wir preisen Dich, wir beten zu Dir, wir liegen vor Dir...
Herr nimm diesen Stier, der Dir geweiht ist.
Heile den, dem Du ihn gegeben hast, und seine Kinder.
Gib uns Nachwuchs, dass wir fruchtbar sind wie Bienen...
Nun Häuptling, Erhalter, segne was unser ist." (1)

Schon seit Jahrtausenden hat er die Aufmerksamkeit der afrikanischen Stämme erregt, die über die Zeit an seinen Hängen siedelten oder vorbeizogen. So wundert es nicht, dass der Kilimanjaro in Mythologie und Sagen dieser Stämme einen bedeutenden Raum einnahm. Die Massai, die hier vermutlich im 17. Jahrh. mit ihren Herden vorbeizogen, nannten ihn Ngàj E`Ngai, was soviel wie "Himmelsburg", "Gottes Wohnung" oder "Haus des Engai" bezeichnet. "Engai" manifestiert sich als guter schwarzer Gott (Regen, Fruchtbarkeit) und als strafender roter Gott (Blitz, Tod). Engai hat kein Geschlecht, ist körperlos.

Massai
Massai

Namen

Kilimanjaro, Kili, Kilimandscharo, Kilima-njaro

Zun Thema

Der Kilimanjaro ist der Ort auf unserem Planeten, an dem man am schnellsten von den Tropen in die Arktis gelangt. Auf den 25 Kilometern, die den direkten Aufstieg von der Savanne auf den polaren Gipfel ausmachen, bietet der Berg in klimatischer Hinsicht Bedingungen, die sich sonst über etwa 10.000 Kilometer erstrecken. Diese Vielfalt an Lebensräumen auf engem Raum macht den Kilimandscharo zu einer faszinierenden Zufluchtsstätte für Fauna und Flora. 1800 verschiedene Pflanzen und 35 Säugetierarten haben Forscher auf seinen Hängen entdeckt. Elefanten, Büffel und Leoparden verstecken sich in den Regenwäldern des Kilimanjaro

(1) Gratzel,K., Mythos Berg, Hollinek

 

Quelle: Internet; Gratzel,K., Mythos Berg, Hollinek; Lange, H. Kilimandscharo, Edition Leipzig



OM MANI PADME HUM
OM! Juwel im Herzen des Lotus!HUM!

© emmet 4-2008

 

 

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