 Der Geist des Ortes
| | |  OBEN | |  | er Miwa oder Miwa-no-yama erhebt sich dichtbewaldet am südöstlichen Rand der Nara-Ebene. Trotz seiner geringen Höhe von nur 467 Metern ist er für die Japaner ein besonderer Berg: er gilt als der schönste und heiligste Berg des Landes; noch nie soll ein Mensch ihn betreten haben. Er | | ist einer der wenigen Berge, der schon durch seine blosse Existenz geheiligt ist, ohne selbst Wohnsitz einer Gottheit zu sein. Der Miwa als Berg gilt als Haupthalle, als Sitz des Allerheiligsten des bedeutenden O-Miwa-Schreins; nur die Kulthalle ist als Gebäude vorhanden. Drei torii ,Torbogen, bezeichnen den Zugang zur sakralen Stätte, direkt dahinter beginnt der heilige Wald des Berges. | | Das Vorhandensein dreier Ringe aus grossen Steinblöcken, die in Stufenform den Berg umlaufen, sogenannte iwa-kura ,Felsbehausungen, deren Entstehungszeit und Bedeutung nicht bekannt sind, zeigen deutlich, dass der Berg schon in vorgeschichtlicher Zeit eine grosse religiöse Bedeutung hatte. | | Eine erste schriftliche Erwähnung finden wir in der japanischen Literatur des 8. Jahrhunderts. Die frühe japanische Reichschronik, das Kojiki aus dem Jahr 712 berichtet, dass der legendäre Tenno Jimmu nach dem Tod seiner ersten Frau erneut heiraten wollte und deshalb Umschau nach einer würdigen Braut hielt. Als mögliche Kandidatin wurde ihm die Prinzessin Isuke-yori-hime genannt , die Tochter einer Gottheit. Ihre Mutter nahm einst, so die Legende, einen roten Pfeil, der in einem Bach trieb, mit in ihren Palast. Dort verwandelte er sich in einen schönen Jüngling , Omono-nushi, die "Grosse Gottheit" vom Miwa, vom dem sie ein Kind gebar. | | Unter der Regierung des zehnten Herrschers Sujin-tenno , so berichtet ein anderer Mythos, brach über das Land eine schwere Seuche herein. In einem Traum offenbarte die Gottheit Omono-nushi dem Tenno, dass die Krankheit von ihm als Strafe gesandt worden sei und ihm ein Schrein errichtet werden sollte. Otataneko, von der |  Der Miwa-no-yama | | Gottheit in Schlangengestalt mit einer irdischen Frau gezeugt, wurde als Hüter für Berg und Schrein bestimmt. | | Otataneko soll einer anderen Überlieferung nach Sake-Bauer gewesen sein, in-folgedessen ist der Miwa bis in die heutige Zeit die Wallfahrtsstätte der Sake-Bauern. | | Häufig wird Omono-nushi mit Okuni-nushi, dem "Herrn des Grossen Landes" gleichgesetzt. Dieser Schöpfergott wird von Sukunabikona, einem mythischen Zwerg, unterstützt. Zusammen werden alle drei, Omono-nushi ,Okuni-nushi und Sukunabikona als Gottheiten des grossen Schreins von Miwa verehrt; daher übertrifft dieser an Heiligkeit und Alter alle anderen Kultstätten des Landes. | |
Quelle: Internet; D. heiligsten Berge d. Welt, vfs |
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