 Der Geist des Ortes
| | |  OBEN | |  | it diesen Zeilen beginnt im ältesten erhalten Literaturwerk Europas (8. Jahr. v. Christus) die Schilderung der ersten Götterszene am Olymp, dem Götterberg, in der Thetis, die Mutter des vor Troja schwer gekränkten von Archill, bei Zeus für ihren Sohn bittet. | | Wer heute den Gipfel des 2917 Meter hohen Olymp erwandern will, tut dies in dem Bewusstsein, heiligen Boden zu betreten. Um keinen anderen europäischen Berg ranken sich so viele Mythen und Legenden, kein anderer europäischer Berg kann es mit dem Götter-Panthenon des Olymp aufnehmen, ist von grösserer geistes- oder kulturgeschichtlicher Bedeutung. |  Hera und Zeus | In den frühen griechischen Texten des 8. und 7. vorchristlichen Jahrhunderts ist der Olymp der Ort, an dem die ewigen Götter von Licht umstrahlt wohnen: Zeus thront mit Hera, Hermes, und Athene in goldenen Palästen, umtönt von himmlischer Musik im Kreise seiner Götter, erfüllt vom seligen Glück der Unsterblichkeit; die Töchter des Zeus, die Musen, singen ihre Lieder. | | Im laufe der Zeit änderte sich diese Vorstellung eines realen Götterthrones hin zu einem Bild, das den Olymp mehr zu einem Himmel oder Paradies werden lässt; der Begriff des Olymp wird Idealisiert. Die Göttervorstellung löst sich von der physischen Realität des Berges, der Begriff Olymp wird metaphorisch. | | Diese neue Sicht ist über den Helenismus, das Römischen Reich, über Spätantike, Mittelalter, Renaissance bis in unsere heutige Zeit des Bildungsbürgertums, fester Bestandteil der europäischen Geistes - und Kulturgeschichte geworden. | | "Schon die vorsokratischen Philosophen, insbesondere Pythagoreer, verlegten ihn in die Weite des Kosmos, aber auch die hellenistischen Herrscher mit ihrer Vergöttlichungstendenzen und in ihrer Nachfolge die römischen Caesaren, die ihr irdisches Tun in der Apotheose, der Gottwerdung am Olymp, zu krönen versuchten. So kann sich Cicero kein erhabeneres Bild von seinem gerechten Saatslenker vorstellen als durch die Chiffre des homerischen Zeus, des am Olymp thront, (...)", so Gerhard Petersmann in dem Buch Die heiligsten Berge der Welt. | | Durch die Vorstellung, das an den bewaldeten Hängen des Götterberges die Musen, die Töchter des Zeus , ihre Heimstatt hatten, war der Olymp schon seit der Zeit des alten Griechentums das Ziel von Sängern und Dichtern. Hier findet man Orpheus die Lyra spielend und noch hunderte Jahre später träumt Francesco Petrarca, Dichter an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit und erster "Bergsteiger" der Geschichte ("Den höchsten Berg unserer Gegend, (...), habe ich | | gestern bestiegen, lediglich aus Verlangen, die namhafte Höhe des Ortes kennenzulernen"), den Traum von der Unsterblichkeit am Olymp, frei von den Qualen des irdischen Daseins. | Gipfelbereich des Olymp mit Stefani (Thron d. Zeus, 2908 m) u. Mytikas (Pantheon, 2917 m) | | Gerade im Bereich der Kunst wurde der Olymp zum Symbol für höchste Vollkommenheit und obwohl Künstler und Poeten ihn nie betraten, geschweige denn auch physisch sahen, stand er dennoch über die Jahrhunderte als Symbol für absolute Schönheit und Harmonie. | |
Quelle:Internet; Die Heiligsten Berge der Welt, VFS |
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