Genius Loci
Der Geist des Ortes

 
 

OBEN
Heilige Berge
Monte Verita
Monte Verita
Monte Verita

»Manche Jahre hatte Doktor Knölge die Zeit des Frühlings und Frühsommers in einer der vielen freundlichen Vegetarierpensionen am Lago Maggiore hingebracht. Er hatte vielerlei Menschen an diesen Orten kennengelernt und sich an manches gewöhnt, an Barfussgehen und langhaarige Apostel, an Fanatiker des Fastens und an vegetarische Gourmands. Da gab es Vegetarier, Vegetarianer, Vegetabilisten, Rohkostler, Frugivoren und Gemischtkostler«
Hermann Hesse: Weltverbesserer

s gibt die unterschiedlichsten Gründe, auf Berge zu steigen. Vielleicht ist es der Wunsch dem Himmel oder Gott näher zu sein; auf längeren Bergtouren in die höheren Regionen lassen sich solche Erfahrungen machen. Vielleicht aber auch um sich und die " Wahrheit" zu finden , was

bisher allerdings auch auf den Bergen nur wenigen gelang.

Versucht haben es zumindest die Bewohner im Jahr 1900 auf dem Monte Verità , dem Berg der Wahrheit, wie sie ihren Ort oberhalb von Ascona im Kanton Tessin in der Schweiz nannten. Obwohl mit 321 m eigentlich nur ein Hügel, nannten die Siedler diesen Berg "Monte" und das was sie suchten, "Verità", also "Wahrheit", lässt sich auf einem Berg besser suchen als auf einem profanen Hügel.

Alles begann damit, dass sich Henri Oedenkoven, der Sohn eines wohlhabenden Antwerpener Großindustriellen , und Ida Hofmann, eine Pianistin und Musiklehrerin, in einer österreichischen Naturheilanstalt kennen und lieben lernten. Beide waren nicht nur gleichzeitig angewidert von der Verlogenheit in ihren Gesellschaftskreisen, beide verstanden sich auch sonst sehr gut. So beschlossen sie, eine Kolonie Gleichgesinnter zu gründen, in der neue Formen des Zusammenlebens, als Grundstein einer neuen Gesellschaft gelebt werden sollten. Ihre Wahl fiel auf den Monte Monescia, den sie in Monte Verita umbenannten. (Ein Jahr zuvor bereits hatte es an gleicher Stelle Pläne zur Errichtung eines theosophischen Klosters gegeben.)

Der Name übrigens führt ein wenig in die Irre, sie wollten nicht die "Wahrheit" finden, ihr Anspruch war bescheidener, sie wollten "wahrhaftig" leben. "... dass wir keines wegs behaupten die 'wahrheit' gefunden zu haben, monopolisiren zu wolen, sondern dass wir entgegen dem oft lügnerischen gebaren der geschäftswelt, u. dem her konvenzioneler forurteile der geselschaft, danach streben, in wort u. tat 'war' zu sein, der lüge zur fernichtung, der warheit zum sige zu ferhelfen", so Ida Hofmann in ihrer eigenen reformierten Orthographie.

Oedenkoven / Hofman
Henri Oedenkoven und Ida Hofman, 1902

Ida Hoffmann, Henri Oedenkofen, Lotte Hattemacher, rebellische Tochter eines Bürgermeisters, Idas schwermütige Schwester Jenny, sowie

die Brüder Gustav Arthur Gräser, kurz "Gusto" und Karl Gräser, hatten das Gebiet auf dem Monte Verita erworben und mit einem Kreis von Freunden bewohnbar gemacht.

Schon ein Jahr später zeigte sich auch hier, dass Geld Macht ist: Ida Hoffmann und Henri Oedenkofen, mittlerweile das Ehepaar Oedenkofen-Hofmann, konnten mit Unterstützung des reichen Vaters ihre Idee einer Naturheilanstalt (Sanatorium) mit vegetarischem Essen, mit Rohkost und Reformkocher, durchsetzen. "Henris vorläufiges Unternehmen", so Ida Hoffmann in ihren Memoiren, "gipfelt in der Gründung einer Naturheilanstalt für solche Menschen, die in Befolgung einfacher und natürlicher Lebensweise entweder vorübergehend Erholung oder durch dauernden Aufenthalt Genesung finden und sich in Wort und Tat seinen Ideen, seinem Wirken anschließen wollen." Die anderen hatten sich die Gründung einer selbstversorgenden Siedlung zum Ziel gemacht und zogen nach dem Hinauswurf die Konsequenzen.

Karl Gräser, ein individualanarchistischer Offizier in Kniehosen, barfüßig und mit langem Haar, der die Ablehnung jeglicher Kultur und Technik zur Erlösung der Welt und des einzelnen forderte, siedelte sich auf eigenem Grundstück ein wenig Abseits an. Gusto Gräser erhält als Geschenk der Gemeinde Losone ein Grundstück in den Felsen von Arcegno, und wurde im Laufe der Jahre zum " überragenden schöpferischen Kopf" (Hermann Müller, Gusto-Gräser-Archiv) der Monte-Verita-Gemeinschaft. Gusto, ehemaliger Kunstschüler und aus gutem Hause und jetzt Wanderer, Dichter, Reformer, Kriegsdienstverweigerer und Pazifist, wandert durch Europa und öffnet den Berg für Besucher und Mitstreiter, unter ihnen auch Hermann Hesse.

Kolonist
Unbekannter Kolonist

Das was zwischen 1900 und 1920 hier passierte, ist durchaus vergleichbar mit der Hippie-Bewegung. Als Stichworte seien hier Abkehr von der materialistischen Welt, die Suche nach Liebe, einem anderen Gemeinschaftserlebnis und der Wahrheit/Spiritualiät genannt. Ähnlich der Monte Verita: auch hier eine Abkehr von etablierten Werten und Suche nach einem neuen Sinn. Das Ganze allerdings ohne Drogen sondern mit Vegetarismus, Lichtbad, Theosophie und Freikörperkultur. Zentrale Begriffe waren Licht und Leben, frei vom Staat und Kirche, selbstbestimmt - der "neue" Mensch war ein sich selbst entfaltender Mensch.

Neue Mitarbeiter kamen und gingen, genauso schnell wie die in jener Zeit aufsehenerregenden Theorien und Ideen, die über Frauenrecht, freie Liebe und Ehe, über Theosophie bis zum Internationalismus reichten. Sie kamen auf den erstaunlichen Berg geradezu magisch

angezogen, aus allen Gesellschaftsschichten und aus allen Ländern Europas, ein buntes Panoptikum aus Heilsuchern, Frömmlern, Asketen, Hochstaplern und Visionären.

"Die Vereinigung so vieler verschiedener Elemente verursachte eine heillose Unordnung auf unserem Berge. Die meisten tun nicht das Notwendige zur Förderung des Zwecks, sondern ungefähr genau das, was ihnen beliebt. Es waltet eine schlecht verstandene Anarchie", so Ida Hoffmann über diese aufregende Zeit. Die abenteuerlichsten Gestalten wurden von der Aura des Monte Verita angelockt und das kleine Städtchen Ascona sah gespannt den wunderlichen Begebenheiten zu, die sich auf dem Berge abspielten. In diesen " Schmelztiegel" kamen Revolutionäre und Rebellen, bedeutende Künstler und Politiker sowie Wissenschaftler.

Gruss an die Sonne
"Gruss an die Sonne"

Unter den Revolutionären gab es Dr. Raphael Friedberg, nach Emil Szittya, der "Vater der Asconeser Anarchisten" , ein Arzt aus Berlin, den der Berg sogar zwei Jahrzehnte lang festhielt. Als Gründer der deutschen syndikalistischen Bewegung hatte er Probleme mit den deutschen Behörden, emigrierte und liess sich in Ascona nieder. Zeitweise lebte eine ganze anarchistische Kolonie bei ihm und er unterstützte jeden Gesinnungsgenossen, der in das Dorf kam. Da war der Fürst Krapotkin, der berühmte anarchistische Theoretiker, der müde und resigniert hierher kam, um sich zu erholen. Da war der ungarische Militärarzt Albert Skarvan, der zu der Überzeugung gelangt war, keinem Staat dienen zu wollen, den Militärdienst verweigerte und auf dem Monte Verita Asyl fand. Sogar Lenin und Trotzki verbrachten hier einige Tage.

Um 1905 besuchte der skandalumwitterte Psychiater Otto Gross erstmals den Berg und plante für Ascona eine Universität für die "Emanzipation der Menschheit". Auch der Zürcher Armenarzt Fritz Brubpacher war mit grossen sozialen Plänen nach Ascona gekommen. Während der

Eranos-Tagungen hat auch C. G. Jung den M. Verita besucht.

Hierher kam Hermann Hesse 1907, um sich einer längeren Alkoholentziehungskur auszusetzen. Er lebte in einer kleinen Bretterbude, verbrachte sieben Tage ohne feste Nahrung und vergrub sich bis unter die Achseln in den Boden, um die Heilkraft der Erde zu erproben. Viele seiner Erzählungen handeln auf dem magischen Berg. Da war auch der Dichter und Revolutionär Erich Mühsam, der später in einem Konzentrationslager ermordet werden sollte. "Wenn ich nach Jahren wieder einmal nach Ascona komme und finde es bewohnt von Menschen, die durch Zuchthäuser geschleift, zerschunden von den Schikanen der Besitzenden und ihren Exekutionsorganen, dem Staat, der Polizei und der Justiz, endlich doch hier eine Heimat und eine Ahnung von Glück erlangt haben, dann will ich mich von ganzem Herzen freuen!", so Erich Mühsam in einer von ihm über Ascona herausgegebenen Broschüre.

Mary Wigman
Mary Wigman
"Hexentanz"

Auf dem Monte Verita gründete 1913 der Tänzer Rudolf von Laban seine Sommerschule für Bewegungskunst, unter seinen Schülern auch das Talent Mary Wigman. Unter dem Titel "TANZ-TON-WORT-FORM" gab er Kurse für ganzheitliches Denken. Beeinflusst durch die ekstatisch wirbelnden Tänze der Gebrüder Gräser, trennte er sich von allen Begrenzungen des Tanzes und der Ballet-Technik und wurde, ohne es zu wollen, zum Gründer der neuen Tanzkunst und Tanztherapie. Auch für die Entwicklung des Dadaismus war der Monte Verita von Bedeutung. "Von einer Menge schlafblöder Naturmenschen" berichtete 1916 zwar Hugo Ball, suchte aber gleich im Ort Quartier, um länger bleiben zu können.

Rudolf von Laban
Rudolf von Laban
"Der Mönch"

Auf dem Berg kam es zu gemeinsamen Aktivitäten von Tänzern und Dadaisten, im Sommer wurden verschiedene Happenings veranstaltet, (chorische Festspiele, sprechende Tänzerinnen, Maskenfeste etc.), im Winter gab es Dada-Aktivitäten im Züricher Cabaret Voltaire (Hugo Ball, Emy Hennings,Tristan Tzara, Oskar Schlemmer, Hans Richter, u.a.). Die Dadaisten Hugo Ball und Emiy Hennings liessen sich Ende der 20er Jahre gleich ganz im Tessin nieder und tauschten Grossstadt gegen Idylle.

Zahllos sind die Namen der bekannten und unbekannten Besucher. Es kamen Else Lasker-Schüler, Stephan George, Isidora Duncan, Paul Klee, Rudolf Steiner, Mary Wigman und später Max Piccard, Ernst Toller, Henri van de Velde, Gustav Stresemann und viele, viele mehr, müssig, sie alle nennen zu wollen.

Im Laufe der Zeit waren von den enthusiastischen Gründern nur noch das Ehepaar Oedenkofen-Hofmann übriggeblieben, nachdem sich Lotte Hattemacher, die Bürgermeistertochter, sich in die völlige "Abgeschiedenheit" zurückgezogen hatte. Der Bohemien Emil Szittya bemerkt in seinem "Kuriositäten-Kabinett" zynisch: "Die sympathischste, wenn auch die tragischste Entwicklung unter den Begründern des neuen Lebens hatte Lotte durchgemacht. Sie fand das Treiben ihrer Kameraden lärmend und zog sich von den zu lauten Idealisten zurück. Lebte in einem ruinenhaften Haus. Schlief auf bloßem Stein. Aß nur rohe Wurzeln. Jede Nacht kletterte sie auf einen Berggipfel. Klaubte trockenes Reisig zusammen legte ein großes Feuer an und siebte die Asche, wobei sie jammervoll schrie: ,Mein Gott, es ist noch nicht fein genug!' " Sie endete, von religiösen Wahn befallen, im Irrsinn.

Im Rahmen dieses Tohuwabohus, dieses dauernden Auf und Ab, behielten Ida Hoffmann und Henri Oedenkofen immer noch mehr oder weniger den Überblick und führten einen niveauvollen Sanatoriumsbetrieb. 1914 brauten sich über Europa die dunklen Wolken des Ersten Weltkrieges zusammen, die ihre Schatten auch auf den sonnigen Monte Verita warfen, das Interesse am Berg und am Vegitarismus erlahmte. 1917 begrub Oedenkoven die letzten Illusionen und erlaubte, dass im Sanatorium Fleisch gegessen werden durfte und die Reformkleidung nicht mehr obligatorisch war. Im Januar 1920 gab Oedenkoven auf, verließ zusammen mit seiner Frau Isabella den Monte Verita und ging nach Brasilien.

Im Laufe der Jahre wechselten die erfolglosen Besitzer, bis im Februar 1926 ein gewisser Baron von der Heydt das Schicksal des Berges in die Hand nahm. Die alten Dogmen fielen und der Berg erwachte zu einem neuen Leben, in dessen Rahmen der Monte Verita langsam zu einem geistigen Zentrum wurde, in dem sich die Vertreter des progressiven europäischen Geistesleben trafen.

Der Monte Verita fiel nach dem Tod von der Heydts 1964, testamentarisch an den Kanton Zürich. Nach seinem letzten Willen sollte der Monte weiterhin für kulturelle Aktivitäten zur Verfügung stehen. Wenigstens teilweise dazu beigetragen hat 1989 die Gründung der Fondazione Monte Verità, an welcher der Kanton Tessin, die Gemeinde Ascona und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich und Lausanne beteiligt sind. Seitdem finden regelmässig

Monte Verita

Workshops und Symposien zu unterschiedlichen natur- und geisteswissenschaftlichen Themen statt.

"Schon hatte Knölge beschlossen, im nächsten Monat die Provinz zu verlassen und nach seiner Heimat zurückzukehren, da führte ihn, beinahe wider seinen Willen, in einer strahlenden Vollmondnacht ein Spaziergang in die Nähe des Gehölzes. Mit Wehmut dachte er früherer Zeiten, da er noch voller Gesundheit als ein Fleischesser und gewöhnlicher Mensch unter seinesgleichen gelebt hatte, und im Gedächtnis schöner Jahre begann er unwillkürlich ein altes Studentenlied vor sich hin zu pfeifen.
Da brach krachend aus dem Gebüsch der Waldmensch hervor, durch diese Töne erregt und wild gemacht. Bedrohlich stellte er sich vor dem Spaziergänger auf, eine ungefüge Keule schwingend. Grimmig lächelnd verbeugte er sich und sagte mit Hohn und Beleidigung in der Stimme: Sie erlauben, dass ich mich vorstelle, Doktor Knölge. Da warf der Gorilla mit einem Wutschrei seine Keule fort, stürzte sich auf den Schwachen und hatte ihn im Augenblick mit seinen furchtbaren Händen erdrosselt.
Man fand ihn am Morgen, manche ahnten den Zusammenhang, doch wagte niemand etwas gegen den Affen Jonas zu tun, der gleichmütig im Geäste seine Nüsse schälte. Die wenigen Freunde, die sich der Fremde während seines Aufenthaltes im Paradiese erworben hatte, begruben ihn in der Nähe und steckten auf sein Grab eine einfache Tafel mit der kurzen Inschrift: Dr. Knölge, Gemischtkostler aus Deutschland."

(Hermann Hesse: Weltverbesserer)

Gusto Gräser: Berggedichte
Portraits: Gusto Gräser



LINK zun Thema

Webseite des von Hermann Müller geleiteten "Deutsches Monte Veritá Archiv Freudenstein mit Gräser Archiv". Das Archiv bewahrt als wertvollstes Gut, in Originalen oder Kopien, den gesamten Nachlass von Gusto Gräser (1879-1958) und alles, was sich von seinem Leben und Werk sonst erhalten hat
Link:http://www.gusto-graeser.de

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Das BUCH zun Thema
NEUERSCHEINUNG :

Gusto Gräser. TAO. DAS HEILENDE GEHEIMNIS
Hermann Müller (Hrsg.)

Übersetzungen des Tao Te King gibt es zu Dutzenden. Meist sind sie nebulös und kaum verständlich, weil sie sich von der Denkwelt des Chinesischen nicht lösen können. Gusto Gräser, selbst Einsiedler und Erdenwanderer in härenem Gewand, konnte aus eigener Erfahrung schöpfen und so eine Nachdichtung schaffen, die nicht an Worten klebt sondern aus dem Geist des TAO lebt. Durch ihn und in ihm ist der Chinese Laotse ein Deutscher geworden.

 

Gräsers Nachdichtung überzeugt durch die Klarheit und Einfachheit der Sprache, durch ihren würdevollen Gang und ihr kraftvolles Pathos. Der Sinn wird sinnlich, wird hörbar, plastische Poesie. Die Weisheit des Chinesen bleibt nicht länger eine ferne Sage, sie wird Forderung des Tages, Anruf und Mahnung zur Wandlung. Wir sind gemeint, Menschen des 21. Jahrhunderts. Die Gelehrsamkeit fällt weg, das Wort des großen Alten wird wieder jung. Gräser war ein Wanderer, lebte auf und von der Straße, schlief in Wäldern, wohnte in Felshöhlen. Der frische Wind seines sturmbewegten Lebens fegt den Staub vom vergilbten Pergament.

Broschur, 106 Seiten
ISBN:
978-3-937726-04-5
EUR 14,00

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Gusto Gräser. ERDSTERNZEIT
Hermann Müller (Hrsg.)

Der Monte Verità bei Ascona, von Gusto Gräser mitbegründet, wurde zu Beginn des Jahrhunderts ein geistiges Zentrum, das schöpferische Kräfte aus ganz Europa an sich zog. Jahrzehntelang hat der "Stromer", der "Vagabund", der "lachende Siebenbürger" in deutschsprachigen Großstädten "öffentliche Gespräche" abgehalten, hat auf Spruchkarten und Flugblättern, vor allem aber im Gespräch seine Mitmenschen aufzurütteln versucht. Seine Gedichte wollten nicht "Kunst" sein, sind immer Ansprache und Mahnung.

 

Sein Lebenswerk ist ungedruckt geblieben. Seine Zeitgenossen kannten nur Bruch-stücke, Vorläufiges, Zufälliges. Heute erst, mit dieser Auswahl, hat der Leser die Möglichkeit, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Besser aber: teilzuhaben an einem Vermögen, teilzunehmen an einer Befreiung. Es handelt sich um eine Auswahl, eine Zusammenstellung von Gedichten und Sprüchen, wie sie der Dichter selber nie gegeben hat und wohl nie gegeben hätte. Gräser hat seine Goldkörner zwischen Sand und Kiesgeröll vergraben. Sie auszusieben und blankzureiben wäre ihm als Verzerrung der Wirklichkeit erschienen, der Wirklichkeit, die immer auch banal, unrein, gemischt und schlicht alltäglich ist. Mit wunderlicher Fremdheit schauen uns diese Texte an, lassen uns zurückschaudern vor so viel brausender Bejahungskraft.

Broschur, 160 Seiten
ISBN: 978-3-937726-02-1

EUR 15,00
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Reinhard Goering - ein Unbekannter auf dem Berg der Wahrheit
Frank Milautzcki
Die entscheidende, als expresionistisch geltende Schöpfungsphase des Dramatikers Reinhard Goering (1887-1936) wird gespeist aus einer Quelle, die man in der Literaturwissenschaft bislang fast völlig übersah: dem Berg der Wahrheit oberhalb Asconas - dem Monte Verità. Der Dichter der "Seeschlacht" suchte während des ersten Weltkrieges viele Jahre lang diese Landschaft auf, um zu sich selbst und zu seinen Dichtungen zu finden.

 


Paperback, 56 Seiten mit 10 Abb.,
EUR 7,50

 
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zur Zeit nicht lieferbar - NA 2008
 

Gusto Gräser. Aus Leben und Werk
Hermann Müller (Hrsg.)

Wer offenen Herzens Gusto Gräser begegnet, der lernt einen Menschen kennen, dessen Reinheit, Wahrhaftigkeit und Mut, unbestritten und unbestreitbar sind. Der Kulturhistoriker Martin Green sieht ihn als den 'Gandhi des Westens', als das "europäische Gegenstück" zum indischen Symbol gewaltlosen Wiederstandes.
Er selbst verstand sich schlicht als den "Freund", der die Men-

schen an ihr tieferes Selbst erinnert. Durch seine Gründung Monte Verita bei Ascona hat Gräser einen Ort geschaffen, der heute als "Anfang der Gegenkultur" (Green) bzw. "zentrales Versuchsfeld für alternative Lebens-formen" (Frecot) erkannt wird.
Die dokumentarische Biographie "Aus Leben und Werk" zeigt die Stationen seines abenteuerlichen Lebens, den Leidensweg eines Mannes, der als Vorbild wie als Dichter einem neuen Naturverhältnis des Menschen die Bahn gebrochen hat.

Paperback, 142 Seiten mit zahlr. Abb.,
ISBN: 3-924275-16-6
EUR 15,00

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OM MANI PADME HUM
OM! Juwel im Herzen des Lotus!HUM!

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