 Der Geist des Ortes
| | |  OBEN | |  | uf der rechten Seite des Yarlung-Oberlaufs, ca. 90 km südöstlich von Lhasa, erhebt sich der 6632 m hohe Yarlha Shampo. Er ist der östlichste der klassischen "vier heiligen Berge Tibets" (I), die in den alten Mythen aus der Zeit der Bön-Könige Tibets eine Rolle spielten. | | Nyatri Tsenpo, der erste Herrscher der Bön-Königsdynastie soll, so berichte die alten Mythen, mit einem Himmelsseil bzw. einer Königsleiter auf den Yarlha Shampo herabgestiegen sein und am Fusse des Berges gelebt haben. Nachfolgende Könige taten es ihm gleich. In diesem Zusammenhang wird er auch als Böje Lha, "Lebensseele der Herrscher von Tibet" genannt. | | Auf dem Yarlha Shampo residiert aber auch eine Berggottheit gleichen Namens. Sie herrscht im Yarlung-Tal über die Geisterwesen Yül-Lha und Sadang. Als alteingesessene Bön-Gottheit stellte sich Yarlha Shampo Padmasambhava entgegen, als dieser nach Tibet kam. Er erschien Padmasambhva in Gestalt eines grossen weissen Yaks, aus dessen Nüstern ihm ein heftiger Schneesturm entgegenblies. Nach heftigem Ringen konnte der heilige Mann Yarlha Shampo bezwingen und ihn für den Buddhismus gewinnen. So wurde aus einem Bön-Gott ein "Beschützer der Lehre", ein Dharmapala des Buddhismus. | Yarlha Shampo wird mit menschlichem Angesicht dargestellt. Weiss ist seine Gesichtsfarbe und das Gewand das er trägt. In den Händen hält er einen Speer und ein kristallenes Schwert. Ein Wesen, das Lahgye, "Gross wie eine Bergflanke" genannt wird und aus dessen Nüstern und Schnauze permanent ein Schneesturm blässt, dient ihm als Reittier. |  | | "Die vier heiligen Berge Tibets"(I) | | Alten tibetischen Schriften und Überlieferungen zufolge, gibt es in Tibet vier Haupt-Berggottheiten die auf den vier berühmtesten heiligen Bergen Tibets residieren: Nyenchen Thanglha, Yarlha Shampo, Kula Kangri und der Nöjikangsang. Ein fünfter Berg, der Öde Gunggyal, existiert als Urkönig oder Urahn. Dieses System ist nicht starr festgelegt, sondern, bedingt durch regionale Traditionen, politischer Macht oder historischer Entwicklung durchaus variabel. Allen Gemeinsam ist jedoch die Tatsache, das sie schon zu Zeiten der alten Bön-Religion eine zentrale Rolle spielten. |
Quelle: Internet; A. Gruschke, Die Heiligen Stätten der Tibeter, Diedrichs Gelbe Reihe; Olschak u.a.,Himalaya, vgs |
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