Genius Loci
Der Geist des Ortes

 
 
 

OBEN
Portraits

 

Anliegen dieser kleinen Reihe ist es, mehr oder weniger bekannte Abenteurer, Suchende, Forscher, Orte und "Alpinisten/innen" vorzustellen. Es sind Portraits und Biografien faszinierender Persönlichkeiten, deren Leben leider teilweise in Vergessenheit geraten sind.
Nicht berühmte Bergsteiger oder Forscher sollen Gegenstand dieser Reihe sein, sondern Menschen, Landschaften und Tiere die im Konzert der alpinen Leistungen in der Regel keine grosse Rolle gespielt haben, aber dennoch mit den Bergen und deren Kulturraum zu tun haben.
Die Berge haben diese Menschen angezogen, begeistert und geprägt - oder auch ins Verderben geführt. Die Portraits zeigen Menschen die innere und äussere Reisen, auch an ihre Grenzen, unternommen haben.
Einen Platz finden und gewürdigt werden sollen in diesem Rahmen aber auch die Randerscheinigen, die weniger wichtigen Dinge, die in diesem grossen Zusammenhang gerne vergessen werden. Sie lassen uns manchmal schmunzeln, wie der Tatzelwurm, das Fabeltier aus den Alpen oder sind ganz praktisch wie die Lederhose.


Portraits

- Herbert Tichy

- Alexandra David-Néel

-Der Tatzelwurm

- H.- B. de Sausurre

- Johann J. Scheuchzer

- Belsazar Hacquet

- Vittorio Sella

- Giovanni Segantini

- Bruno Taut

- Barry I.

- Maurice Wilson

- Johann G. Seume

- Die Lederhose

- Francesco Petrarca

- Heidi

- Gusto Gräser

- Karl W. Diefenbach

- Der Gletscherfloh

- Deodat de Dolomieu

- Genius Loci

- Matthia Zurbriggen

- Fernsicht

- Greina

- Der Pater u. d. Greina


     
  Deodat de Dolomieu Deodat de Dolomieu
   

Viele Mineralien und Gesteine wurden nach ihren Entdeckern bzw. den Landschaften, in denen sie gefunden wurden benannt, beispielsweise Goethit - Goethe bzw. Caledonit - Caledonien. Bei den Dolomiten wird der Landschaftsname von seinem vorherrschenden Mineral abgeleitet, das wiederum den Namen seines Entdeckers trägt: Dolomiten - Dolomit - Dolomieu.
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  Gletscherfoh Der Gletscherfloh (Isotoma saltans)
   

Trotz seiner geringen Größe ist er ein einzigartiges Lebewesen und der härteste Geselle unserer Fauna. Nur 1,5 - 2,5 mm, mit blossem Auge also kaum sichtbar, überlebt der Gletscherfloh (Isotoma saltans), Temperaturen bis -20º C. Möglich machen ihm diese erstaunliche Leistung spezielle Zucker, die wie ein Frostschutzmittel wirken.
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  Herbert Tichy
   

"Berge sind für mich, auch wenn sie mich immer angezogen haben, nicht abstrakte Ziele, an denen man seine technischen Fähigkeiten und seine körperliche Leistungskraft beweisen kann, sondern nur Teile jener großen Welt, in der ich mich so wohl fühle. Ich habe die Gipfel geliebt, wie ich einzelne Menschen liebte, als gleichwertige Teile eines größeren Ganzen."
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  Karl Wilhelm Diefenbach
   

"Erkenne dich, Mensch"
Künstler, Lebensreformer, Naturapostel und Alpenwanderer: eine bis dato unbekannte, herausragende und schillernde Gestalt am Ende des 19. Jahrhunderts. Ein bettelarmer Künstler zieht mit seinen Kindern und Schülern monatelang durch die Berge zwischen Wien und Gardasee, nächtigt in Heuschobern und Berghütten, die nötigsten Habseligkeiten in einem Karren mit sich führend. In den Bergen entsteht sein bekanntestes Werk: ‘Der Alpenjäger’. Doch seine Schüler rebellieren, der Meister entlässt sie. Eine reiche Gönnerin ermöglicht ihm die Überfahrt ins ferne Ägypten.
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  Greina Greina
   

Land aus Wasser, Licht und Weite
Sie hat Glück gehabt, die Greina, großes Glück. Abgelegen vom großen Touristenstrom und ohne "Nutzen", sollte dieses "unproduktive Areal" in einen Speichersee verwandelt werden. Mit Bekanntwerden des Projekts in den 70er und 80er Jahren, protestierten große Teile der Schweizer Bevölkerung. Mit Erfolg!
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Der Pater und die GReina
Wer sich mit der Greina beschäftigt, stösst sehr bald unweigerlich auf den Dissenter Pater Placidus Spescha. Dieser vielseitige und überraschende Geist war alles in einem: frommer Priester und Seelsorger, Rätoromanist, Volkskundler, Sprachforscher, Alpinist, Mineraloge, Geologe und Geograph - und seiner Zeit oft einen Schritt voraus. Auch auf die Greina fiel sein forschender Blick
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  Gusto Gräser
   

"Hier, jetzt, im Augenblick leben!"
Im Herbst 1900 begründete Gräser mit Freunden die Reformersiedlung auf dem Monte Veritá bei Ascona, die zur Keimzelle der ersten Alternativbewegung wurde. Jahrzehntelang warb er durch "öffentliche Gespräche" in deutschen Großstädten für eine kulturelle Umkehr. Er hinterließ ein dichterisches Werk, das Ursymbole der Menschheit zu neuem Leben erweckt. Sein Bild lebt weiter in Dichtungen von Hermann Hesse, Gerhart Hauptmann, Bruno Goetz und anderen.
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  Heidi Heidi
   

Jeder kennt sie: den Alm-Öhi, den Geissen-Peter, Fräulein Rottenmeier, die lahme Klara, die Ziegen, die Berge ... und natürlich Heidi. Mit Sicherheit ahnte 1880 die Schweizer Autorin Johanna Spyri noch nicht, dass sich insbesondere ihre "Heidi-Bücher ", 120 Jahre später in 50 Sprachen übersetzt, uminterpretiert, überarbeitet und millionenfach verkauft werden sollten. Sie ist mittlerweile die berühmteste Schweizerin, berühmter noch als der bekannteste Schweizer: Wilhelm Tell .
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  Tatzelwurm Der Tatzelwurm
   

Der Tatzelwurm ist eines der wenigen europäischen Fabeltiere, dessen Existenz sich hartnäckig bis ins 19. und 20. Jahrhundert gerettet hat. Gemeint ist damit nicht der feuerspeiende Drache des Mittelalters, sondern ein "real-fiktives" Tier, das insbesondere im deutschsprachigen Alpenraum unter den Namen Tatzelwurm, Stollenwurm, Dazzelwurm, Praatzelwurm und auch Bergstutzen bekannt ist und somit zum quasi europäischen, allerdings kriechenden Äquivalent des asiatischen Yeti zu betrachten ist.
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  Francesco Petrarca Francesco Petrarca
   

Am 26. April des Jahres 1336 erreichte Francesco Petrarca, "lediglich aus Verlangen", zusammen mit seinem Bruder und zwei weiteren Begleitern den Gipfel des Mont Ventoux, dem Windberg. Man bezeichnet ihn als den "Vater der Bergsteiger" und den 26.April 1336 als den "Geburtstag des Alpinismus"
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  Lederhose Die alpine Lederhose
   

Die Lederhose, insbesondere die "alpine Lederhose" ist entgegen der landläufigen Meinung keine speziell bayerische oder tirolische Beinkleidung!Vielmehr war sie seit frühester Zeit Bestandteil der Männer- kleidung, insbesondere innerhalb rauher Klimazonen. Aber eines ist sicher: Sie hat besonders in Bayern und Tirol, als Kleidungsstück, wenn auch in Form einer Tracht, überlebt.
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  Alexandra David-Néel Alexandra David-Néel
   

Alexandra David-Néel reiste sie durch Indien, Sikkim, Nepal, die Wüste Gobi, China und Tibet. Dort lebte sie einige Jahre, studierte bei einem buddhistischen Lama und wurde schließlich als erste und einzige Europäerin selbst in den Stand eines Lama erhoben. Kurz vor ihrer Rückkehr nach Paris besucht sie Lhasa, die Verbotene Stadt.
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   Horace-Bénédict de Saussure Horace- Bénédict de Sausurre
   

Zu den Protagonisten der Mont Blanc-Besteigunsgeschichte in der zweiten Hälfte des 18 Jahrhunderts, gehört neben den Erstbesteigern Gabriel Paccard und Jacques Balmat auch der weniger bekannte Forscher und Bergsteiger Horace-Bénédict de Saussure.
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  Vittorio Sella Vittorio Sella
   

Der 1859 in Biella geborene Vittorio Sella galt schon zu Lebzeiten als "Fürst der Bergfotografie". Er bereiste den Kaukasus, Sikkim, Alaska und Äquatorialafrika. Mit Luigi Amedeo di Savoia, dem Herzog der Abruzzen, reiste er ins Karakorum zum K2. Auch als Bergsteiger , insbesondere mit Winterbesteigungen, machte er sich einen Namen.
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  Giovanni Segantini Giovanni Segantini
   

"Ich will meine Berge sehen"
1899 nahmen die Berge für ihn jene existenzialistische Qualität an, die er auf seinen Bildern immer hatte bannen wollen: An diesem Tag starb Giovanni Sagatini geschwächt von Kälte und einer Bauchfellentzündung.
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  Bruno Taut Bruno Taut
   

"Wir müssen immer das Unerreichbare kennen und wollen, wenn das Erreichbare gelingen soll "
Der Architekt Bruno Taut ersann unter dem Stichwort "Alpine Architektur" für die Hochgebirgswelt der Alpen Paläste aus Gletschereis und Glas, Bögen und Pfeilern.
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  Barry 1. Barry I.
   

Mit 40000 Mann und 50 Kanonen machte sich Napoleon Bonaparte im Mai 1800 daran, den 2500 Meter hohen Grossen Sankt Bernhard Pass zu überschreiten. Der tapfere Bernhardiner mit dem so unschweizerischen Namen Barry bewahrte dabei viele Soldaten vor dem sicheren Kältetod.
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  Maurice Wilson Maurice Wilson
   

"I'll climb Mount Everest alone"
Maurice Wilson war vom Mount Everest besessen. Seine Leiche fand man samt Tagebuch, letzter Eintrag vom 31. Mai 1934 -"Off again, gorgeous day" - am 9. Juli 1935 in etwa 21.000 Fuß Höhe im Schnee des Mount Everest. In einer zehn Fuß tiefen Gletscherspalte wurden seine sterblichen Überreste beigesetzt.
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  Matthias  Zurbriggen Matthias Zurbriggen
   

"Das Geheimnis des Führers heißt Vorsicht"
Seine Karriere begann mit kleinen Bergführeraufträgen in die Umgebung, und in nur zwei Bergsommern reifte er mit seiner natürlichen Begabung zu "einem vollendeten Techniker mit Eispickel und Seil". Mit dem Durchstieg der Monte-Rosa-Ostwand gelang ihm ein meisterlicher Einstand.
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  Seume Johann Gottfried Seume
   

Ob auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, oder einfach nur banaler Liebeskummer, ist heute nicht mehr auszumachen und letzten Endes auch ohne Belang. Jedenfalls machte sich Johann Gottfried Seume vor etwas mehr als 200 Jahren, genau am 6. Dezember 1801, auf den Weg zu einer Fussreise, aus der eines der bedeutendsten Werke der Reiseliteratur werden sollte, den "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802".
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  Johann Jakob Scheuchzer
   

Der Zürcher Mediziner und Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer, war einer der bedeutendsten Alpenforscher, den die Schweiz hervor- gebracht hat. Als Mensch des Übergangs, lässt er ein modernes, auf Descartes fussendes mechanistisches Weltbild und die Offenbarungswahrheit der Bibel nebeneinander gelten.
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  Belsazar Hacquet
   

Der Arzt und Naturforscher Belsazar Hacquet war über dreissig Jahre lang jährlich mehrere Monate in den Ostalpen unterwegs. Die Resultate dieser fruchtbaren Reisen finden sich in einer Vielzahl von Veröffentlichungen und übten einen nachhaltigen Einfluss auf die gesamte spätere Alpenforschung aus. Ihm gebührt die gleiche Bedeutung wie den beiden Erforschern der Westalpen Johann Jakob Scheuchzer und Horace-Bénédict de Saussure.
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  Fernsicht Fernsicht
   

Zu den schönsten Teilaspekten unseres Bergsteigens gehört eine beinahe grenzenlose Fernsicht von einem Aussichtsgipfel. Grundsätzlich hängt Fernsicht ab von Temperatur, Feuchtigkeit und Staubgehalt der Luft. Große Luftfeuchtigkeit (Wolken) beeinträchtigen die Sicht ebenso wie Dunstschichten und Staub. Polare Luftmassen sind auf Grund ihrer geringeren Feuchtigkeit durchsichtiger als subtropische, welche außerdem mehr Staub enthalten; eine Ausnahme bildet nur der Föhn.
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  Genius Loci
   

Sie kennen das sicher auch. Sie kommen an einen Ort und bemerken, dass er auf eine nicht näher zu beschreibende Weise etwas Anderes hat: eine besondere Ausstrahlung, Atmosphäre, Stimmung, die nicht unbedingt mit der Schönheit des Ortes zusammenhängt.
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Bei der sehr komplexen Materie und der Vielfalt der umfangreichen Daten, bleibt es nicht aus, dass sich Fehler einschleichen oder dass Informationslücken bestehen. Daher bin ich ständig bemüht, die Texte zu Pflegen und zu verbessern. Deshalb bitte ich sie um Mithilfe. Wenn sie Wissenlücken schliessen, neue Informationen haben oder auch Fehler entdecken, sind Sie herzlich eingeladen, mir eine e-mail zu schicken oder einen Eintrag im Gästebuch zu machen.

     
OM MANI PADME HUM
OM! Juwel im Herzen des Lotus!HUM!

© emmet 4-2008

 

 

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