 Der Geist des Ortes
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Anliegen dieser kleinen Reihe ist es, mehr oder weniger
bekannte Abenteurer, Suchende, Forscher, Orte und "Alpinisten/innen"
vorzustellen. Es sind Portraits und Biografien faszinierender Persönlichkeiten,
deren Leben leider teilweise in Vergessenheit geraten sind.
Nicht berühmte Bergsteiger oder Forscher sollen Gegenstand
dieser Reihe sein, sondern Menschen, Landschaften und Tiere die
im Konzert der alpinen Leistungen in der Regel keine grosse Rolle
gespielt haben, aber dennoch mit den Bergen und deren Kulturraum
zu tun haben.
Die Berge haben diese Menschen angezogen, begeistert und geprägt
- oder auch ins Verderben geführt. Die Portraits zeigen Menschen
die innere und äussere Reisen, auch an ihre Grenzen, unternommen
haben.
Einen Platz finden und gewürdigt werden sollen in diesem Rahmen
aber auch die Randerscheinigen, die weniger wichtigen Dinge, die
in diesem grossen Zusammenhang gerne vergessen werden. Sie lassen
uns manchmal schmunzeln, wie der Tatzelwurm, das Fabeltier aus den
Alpen oder sind ganz praktisch wie die Lederhose.
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Deodat de Dolomieu |
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Viele Mineralien und Gesteine wurden nach ihren Entdeckern bzw.
den Landschaften, in denen sie gefunden wurden benannt, beispielsweise
Goethit - Goethe bzw. Caledonit - Caledonien. Bei den Dolomiten
wird der Landschaftsname von seinem vorherrschenden Mineral abgeleitet,
das wiederum den Namen seines Entdeckers trägt: Dolomiten - Dolomit
- Dolomieu.
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Der
Gletscherfloh (Isotoma saltans) |
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Trotz seiner geringen Größe ist er ein einzigartiges Lebewesen
und der härteste Geselle unserer Fauna. Nur 1,5 - 2,5 mm, mit blossem
Auge also kaum sichtbar, überlebt der Gletscherfloh (Isotoma saltans),
Temperaturen bis -20º C. Möglich machen ihm diese erstaunliche Leistung
spezielle Zucker, die wie ein Frostschutzmittel wirken.
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Herbert Tichy |
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"Berge sind für mich, auch wenn sie mich immer angezogen haben,
nicht abstrakte Ziele, an denen man seine technischen Fähigkeiten
und seine körperliche Leistungskraft beweisen kann, sondern nur
Teile jener großen Welt, in der ich mich so wohl fühle. Ich habe
die Gipfel geliebt, wie ich einzelne Menschen liebte, als gleichwertige
Teile eines größeren Ganzen."
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Karl Wilhelm Diefenbach |
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"Erkenne dich, Mensch"
Künstler, Lebensreformer, Naturapostel und Alpenwanderer: eine bis
dato unbekannte, herausragende und schillernde Gestalt am Ende des
19. Jahrhunderts. Ein bettelarmer Künstler zieht mit seinen Kindern
und Schülern monatelang durch die Berge zwischen Wien und Gardasee,
nächtigt in Heuschobern und Berghütten, die nötigsten Habseligkeiten
in einem Karren mit sich führend. In den Bergen entsteht sein bekanntestes
Werk: ‘Der Alpenjäger’. Doch seine Schüler rebellieren, der Meister
entlässt sie. Eine reiche Gönnerin ermöglicht ihm die Überfahrt
ins ferne Ägypten.
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Greina
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Land aus Wasser, Licht und Weite
Sie hat Glück gehabt, die Greina, großes Glück. Abgelegen vom großen
Touristenstrom und ohne "Nutzen", sollte dieses "unproduktive Areal"
in einen Speichersee verwandelt werden. Mit Bekanntwerden des Projekts
in den 70er und 80er Jahren, protestierten große Teile der Schweizer
Bevölkerung. Mit Erfolg!
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Der Pater und die GReina
Wer sich mit der Greina beschäftigt, stösst sehr bald unweigerlich
auf den Dissenter Pater Placidus Spescha. Dieser vielseitige und
überraschende Geist war alles in einem: frommer Priester und Seelsorger,
Rätoromanist, Volkskundler, Sprachforscher, Alpinist, Mineraloge,
Geologe und Geograph - und seiner Zeit oft einen Schritt voraus.
Auch auf die Greina fiel sein forschender Blick
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Gusto Gräser |
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"Hier, jetzt, im Augenblick leben!"
Im Herbst 1900 begründete Gräser mit Freunden die Reformersiedlung
auf dem Monte Veritá bei Ascona, die zur Keimzelle der ersten
Alternativbewegung wurde. Jahrzehntelang warb er durch "öffentliche
Gespräche" in deutschen Großstädten für eine
kulturelle Umkehr. Er hinterließ ein dichterisches Werk, das
Ursymbole der Menschheit zu neuem Leben erweckt. Sein Bild lebt
weiter in Dichtungen von Hermann Hesse, Gerhart Hauptmann, Bruno
Goetz und anderen.
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Heidi
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Jeder kennt sie: den Alm-Öhi, den Geissen-Peter, Fräulein
Rottenmeier, die lahme Klara, die Ziegen, die Berge ... und natürlich
Heidi. Mit Sicherheit ahnte 1880 die Schweizer Autorin Johanna Spyri
noch nicht, dass sich insbesondere ihre "Heidi-Bücher ", 120
Jahre später in 50 Sprachen übersetzt, uminterpretiert,
überarbeitet und millionenfach verkauft werden sollten. Sie
ist mittlerweile die berühmteste Schweizerin, berühmter
noch als der bekannteste Schweizer: Wilhelm Tell .
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Der
Tatzelwurm |
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Der Tatzelwurm ist eines der wenigen europäischen Fabeltiere,
dessen Existenz sich hartnäckig bis ins 19. und 20. Jahrhundert
gerettet hat. Gemeint ist damit nicht der feuerspeiende Drache des
Mittelalters, sondern ein "real-fiktives" Tier, das insbesondere
im deutschsprachigen Alpenraum unter den Namen Tatzelwurm, Stollenwurm,
Dazzelwurm, Praatzelwurm und auch Bergstutzen bekannt ist und somit
zum quasi europäischen, allerdings kriechenden Äquivalent
des asiatischen Yeti zu betrachten ist.
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Francesco
Petrarca |
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Am 26. April des Jahres 1336 erreichte Francesco Petrarca, "lediglich
aus Verlangen", zusammen mit seinem Bruder und zwei weiteren Begleitern
den Gipfel des Mont Ventoux, dem Windberg. Man bezeichnet ihn als
den "Vater der Bergsteiger" und den 26.April 1336 als den "Geburtstag
des Alpinismus"
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Die
alpine Lederhose |
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Die Lederhose, insbesondere die "alpine Lederhose" ist entgegen
der landläufigen Meinung keine speziell bayerische oder tirolische
Beinkleidung!Vielmehr war sie seit frühester Zeit Bestandteil
der Männer- kleidung, insbesondere innerhalb rauher Klimazonen.
Aber eines ist sicher: Sie hat besonders in Bayern und Tirol, als
Kleidungsstück, wenn auch in Form einer Tracht, überlebt.
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Alexandra David-Néel |
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Alexandra David-Néel reiste sie durch Indien, Sikkim, Nepal,
die Wüste Gobi, China und Tibet. Dort lebte sie einige Jahre,
studierte bei einem buddhistischen Lama und wurde schließlich
als erste und einzige Europäerin selbst in den Stand eines
Lama erhoben. Kurz vor ihrer Rückkehr nach Paris besucht sie
Lhasa, die Verbotene Stadt.
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Horace-
Bénédict de Sausurre |
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Zu den Protagonisten der Mont Blanc-Besteigunsgeschichte in der
zweiten Hälfte des 18 Jahrhunderts, gehört neben den Erstbesteigern
Gabriel Paccard und Jacques Balmat auch der weniger bekannte Forscher
und Bergsteiger Horace-Bénédict de Saussure.
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Vittorio Sella |
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Der 1859 in Biella geborene Vittorio Sella galt schon zu Lebzeiten
als "Fürst der Bergfotografie". Er bereiste den Kaukasus, Sikkim,
Alaska und Äquatorialafrika. Mit Luigi Amedeo di Savoia, dem
Herzog der Abruzzen, reiste er ins Karakorum zum K2. Auch als Bergsteiger
, insbesondere mit Winterbesteigungen, machte er sich einen Namen.
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Giovanni Segantini |
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"Ich will meine Berge sehen"
1899 nahmen die Berge für ihn jene existenzialistische Qualität
an, die er auf seinen Bildern immer hatte bannen wollen: An diesem
Tag starb Giovanni Sagatini geschwächt von Kälte und einer
Bauchfellentzündung.
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Bruno Taut |
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"Wir müssen immer das Unerreichbare kennen und wollen,
wenn das Erreichbare gelingen soll "
Der Architekt Bruno Taut ersann unter dem Stichwort "Alpine Architektur"
für die Hochgebirgswelt der Alpen Paläste aus Gletschereis
und Glas, Bögen und Pfeilern.
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Barry I. |
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Mit 40000 Mann und 50 Kanonen machte sich Napoleon Bonaparte im
Mai 1800 daran, den 2500 Meter hohen Grossen Sankt Bernhard Pass
zu überschreiten. Der tapfere Bernhardiner mit dem so unschweizerischen
Namen Barry bewahrte dabei viele Soldaten vor dem sicheren Kältetod.
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Maurice Wilson |
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"I'll climb Mount Everest alone"
Maurice Wilson war vom Mount Everest besessen. Seine Leiche fand
man samt Tagebuch, letzter Eintrag vom 31. Mai 1934 -"Off again,
gorgeous day" - am 9. Juli 1935 in etwa 21.000 Fuß Höhe
im Schnee des Mount Everest. In einer zehn Fuß tiefen Gletscherspalte
wurden seine sterblichen Überreste beigesetzt.
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Matthias
Zurbriggen |
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"Das Geheimnis des Führers heißt Vorsicht"
Seine Karriere begann mit kleinen Bergführeraufträgen in die Umgebung,
und in nur zwei Bergsommern reifte er mit seiner natürlichen Begabung
zu "einem vollendeten Techniker mit Eispickel und Seil". Mit dem
Durchstieg der Monte-Rosa-Ostwand gelang ihm ein meisterlicher Einstand.
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Johann Gottfried Seume |
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Ob auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, oder einfach nur banaler
Liebeskummer, ist heute nicht mehr auszumachen und letzten Endes
auch ohne Belang. Jedenfalls machte sich Johann Gottfried Seume
vor etwas mehr als 200 Jahren, genau am 6. Dezember 1801, auf den
Weg zu einer Fussreise, aus der eines der bedeutendsten Werke der
Reiseliteratur werden sollte, den "Spaziergang nach Syrakus im Jahre
1802".
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Johann Jakob Scheuchzer |
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Der Zürcher Mediziner und Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer,
war einer der bedeutendsten Alpenforscher, den die Schweiz hervor-
gebracht hat. Als Mensch des Übergangs, lässt er ein modernes,
auf Descartes fussendes mechanistisches Weltbild und die Offenbarungswahrheit
der Bibel nebeneinander gelten.
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Belsazar Hacquet |
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Der Arzt und Naturforscher Belsazar Hacquet war über dreissig
Jahre lang jährlich mehrere Monate in den Ostalpen unterwegs.
Die Resultate dieser fruchtbaren Reisen finden sich in einer Vielzahl
von Veröffentlichungen und übten einen nachhaltigen Einfluss
auf die gesamte spätere Alpenforschung aus. Ihm gebührt
die gleiche Bedeutung wie den beiden Erforschern der Westalpen Johann
Jakob Scheuchzer und Horace-Bénédict de Saussure.
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Fernsicht
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Zu den schönsten Teilaspekten unseres Bergsteigens gehört eine
beinahe grenzenlose Fernsicht von einem Aussichtsgipfel. Grundsätzlich
hängt Fernsicht ab von Temperatur, Feuchtigkeit und Staubgehalt
der Luft. Große Luftfeuchtigkeit (Wolken) beeinträchtigen die Sicht
ebenso wie Dunstschichten und Staub. Polare Luftmassen sind auf
Grund ihrer geringeren Feuchtigkeit durchsichtiger als subtropische,
welche außerdem mehr Staub enthalten; eine Ausnahme bildet nur der
Föhn.
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Genius Loci |
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Sie kennen das sicher auch. Sie kommen an einen Ort und bemerken,
dass er auf eine nicht näher zu beschreibende Weise etwas Anderes
hat: eine besondere Ausstrahlung, Atmosphäre, Stimmung, die nicht
unbedingt mit der Schönheit des Ortes zusammenhängt.
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Bei der sehr komplexen Materie und
der Vielfalt der umfangreichen Daten, bleibt es nicht aus, dass
sich Fehler einschleichen oder dass Informationslücken bestehen.
Daher bin ich ständig bemüht, die Texte zu Pflegen und
zu verbessern. Deshalb bitte ich sie um Mithilfe. Wenn sie Wissenlücken
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sind Sie herzlich eingeladen, mir eine e-mail zu schicken oder einen
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