 Der Geist des Ortes
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nweit von Paris, in dem kleinen Städtchen
Asniéres, befindet sich ein Denkmal für Barry I., Barry
ist kein König, Literat oder Musiker sondern schlicht und einfach
ein Hund. Nein - ein einfacher Hund ist er wahrlich nicht, sonst
hätte man zu seinen Ehren wohl kein Denkmal errichtet, er ist
| | schon etwas Besonderes: ein Bernhardinerrüde, in den Jahren zwischen 1800 und 1812 40 Menschen aus Bergnot gerettet haben soll. | Mit 40000 Mann und 50 Kanonen machte sich Napoleon Bonaparte im Mai 1800 daran, den 2500 Meter hohen Grossen Sankt Bernhard Pass zu überschreiten. Der tapfere Bernhardiner mit dem so unschweizerischen Namen Barry bewahrte dabei viele Soldaten vor dem sicheren Kältetod. | Die klimatischen Bedingungen auf dem Pass sind unwirtlich: 1,76 Grad Celsius unter Null beträgt die Temperatur im Jahresdurchschnitt, in harten Wintern sind Schneefälle von über 10 Metern keine Seltenheit. | | Durch den Maronnier Jules Genoud und den Diakon Martin in der rauhen Gebirgs-landschaft grossgezogen, bewies Barry bald einen einmaligen Spürsinn: selbst unter meterhohem Schnee noch den Herzschlag eines Menschen wahrnehmen zu können. |  Zeitgenössische Darstellung einer Rettungsaktion | | "Der Eifer, den er entwickelte, war aus-sergewöhnlich. Nie musste man ihn zur Arbeit ermahnen. Sobald er einen Menschen in Gefahr spürte, lief er ihm zu Hilfe. Wenn er nichts ausrichten konnte, kehrte er ins Kloster zurück und verlangte durch sein Bellen und sein ganzes Benehmen um Hilfe", so der Alpinist Meissner 1816 in seinem Buch "Alpenrosen". | Unglücklich verlief die letzte Rettungsaktion des Hundes: Es gelang ihm nicht, seinen Führer Jules Genoud zu retten, der selbst in eine Lawine geraten war. Das treue Tier soll tagelang Totenwache gehalten haben. | | Schicksalhaft und in gewisser Weise tragisch war dann auch, der Legende nach, das Ende des guten Hundes. Als das Tier versucht einem Deserteur aus Napoleons Russlandheer, der erschöpft und fiebernd am Wegesrand liegt, zu helfen, hält dieser es für ein Ungeheuer und sticht mit einem Messer zu. Gottlob tötet der Stich das Tier nicht. Barry verbringt sein letztes Lebensjahr beschaulich in Bern und wird nach seinem Tod im Jahr 1814 präpariert "… dass dieser treue Hund, der so vieler Menschen Leben rettete, nach seinem Tod nicht so bald vergessen sein wird". So ist er der treueste aller Rettungshunde der Nachwelt in seiner sterblichen Hülle erhalten geblieben und im Naturhistorischen Museum zu Bern zu sehen. |  Die Passhöhe heute | Auf der Passhöhe des Grossen St. Bernhards, in 2469 Meter Meereshöhe, gründeten die Chorherren des Augustinerordens Ende des 12. Jahrhunderts ein Hospiz als Zufluchtsort für Reisende und Pilger. Dort wurden seit der Mitte des 17. Jahrhunderts zur Bewachung und zum Schutz große Berghunde gehalten. Das Vorhandensein solcher Hunde ist bildlich seit 1695 und schriftlich in einer Aktennotiz des Hospizes im Jahre 1707 do- | | kumentiert. Die Hunde wurden bald als Begleithunde und besonders als Rettungshunde für in Schnee und Nebel verirrte Reisende eingesetzt. | | Eine andere wichtige Aufgabe war wohl auch das Freihalten von Zugangs- und Versorgungswegen. Lies man einige dieser schweren Hunde im Schnee hintereinander gehen, war schnell ein Weg frei. Seit 1670 verdanken so ca. 2000 Menschen den Engeln vom St. Bernhard ihr Leben. | | Heute ist es still um die Chorherren und ihre Hunde geworden, Verkehr und Handel sind nicht mehr auf die Passhöhen im Winter angewiesen. Trotz aller Veränderungen behalten die Chorherren eine Zucht von 15 bis 20 dieser liebenswerten Hunde bei. | | Die Sache mit dem Fässchen scheint jedoch die Erfindung des schon einmal zitierten Alpinisten Meissner gewesen zu sein, der in seinem Buch "Alpenrosen" 1816 Folgendes schrieb: "Oftmals hängt man den Hunden ein Fässchen mit Branntwein oder anderem, stärkerem Gebräu und ein Körbchen mit Brot um den Hals." In der Chronik des Hospizes wurden allerdings diese Fässchen nie erwähnt. Es ist lediglich vermerkt, dass die Hunde eine Art Sattel trugen, auf dem sie die Einkäufe der Mönche vom Dorf auf den St. Bernhard transportierten. | | Quelle:Internet | |