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Es gibt Berge, die bloss Berge sind, und es gibt solche, die Persönlichkeit
aufweisen. Die Persönlichkeit eines Berges hängt nicht
von dessen seltsamer Formgebung ab, die ihn von anderen Bergen unterscheidet
genausowenig wie ein wunderlich geschnittenes Gesicht oder ungewohnte
Taten aus einem Individuum noch keine Persönlichkeit machen.
Persöhnlichkeit besteht in der Kraft, andere zu beinflußen,
und diese Kraft ist der Konsequenz, Harmonie und Zielstrebigkeit
des Charakters zuzuschreiben.
Ein Mensch, der diese Eigenschaften in höchster Perfektion
in sich vereint, wird zum geeigneten Führer der Menschheit,
mag er Herrscher, Denker oder Heiligersein, und wir würdigen
ihn als ein Gefäss überirdischer Kraft. Falls diese Eigenschaften
einem Berg innewohnen, wird er für uns zu einem Gefäss
kosmischer Kraft, und wir bezeichnen ihn als heiligen Berg. Die
Kraft eines solchen Berges ist so gross und doch so substil, dass
sich Pilger von nah und fern unwiderstehlich von ihm angezogen fühlen,
wie von der Macht des unsichtbaren Magneten; und in ihrem unerklärlichen
Drang, sich diesem heiligen Ort zu nähern und ihn zu würdigen,
erdulden sie unsagbare Mühsal und Entbehrung. Niemand hat einem
solchen Berg den Titel der Heiligkeit verliehen; der Berg wird Kraft
seiner eigenen magnetischen und psychischen Ausstrahlung intuitiv
als geheiligt anerkannt.
Er benötigt weder Verfechter seiner Heiligkeit, noch Organisatoren
seiner Verehrung; jeder seiner Anhänger hat von Natur aus das
Bedürfnis, ihm Ehrfurcht zu bezeugen. Dieses verehrende oder
religiöse Verhalten wird weder durch wissenschaftliche Fakten
- wie beispielsweise Vermessungsdaten-, die beim modern denkenden
Menschen an erster Stelle stehen, noch durch das Streben nach einer
"Eroberung" des Berges beeinflusst.
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