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Gletscher-Berg, so voller Eiszapfen
hanget, wird beschrieben: Der Gletscherberg in Grindelwald bei
Ober-Hasli gelegen ist eines von den größten Wundern der Natur.
Dieser Berg hat die Eigenschaft, wie der Berg Ätna so im Mittelländischen
Meer gelegen, der ständig kracht und Feuer ausspeit. Dieser Gletscher
kracht auch ständig als wie ein Donner und wirft Steinen und Sand
aus, daß die Menschen, die dort herum wohnen, nicht sicher sind,
sondern öfters weiter ziehen müssen. Dann hat dieser Berg viele
Klüfte, deren etliche über hundert Klafter tief sind; und so kommt
die Sonne niemals in diesen Ort, deswegen dieser Berg Sommer und
Winter voller Eiszapfen hanget als wie der schönste Kristall, der
dortherum auch anzutreffen ist.
Der Scheiben-Fluh: Es wird auch gemeldet von der Scheiben-Fluh
im Schangnau, allwo die Emmen entspringt, daß auf demselben Berg
ein großes Loch hinabgeht und wenn man mutwillig etwas darein werfe,
so gebe es ein ungestüm Wetter. Es komme auch zu Zeiten, wenn es
ander Wetter geben wolle, eine Jungfrau heraus, welche an der Sonne
ihre Haar strähle und zöpfe.
Der Ber Kaukasus: Kaukasus ist gelegen in Indien, nach dem
Norden hin, und sondert Indien von Skythenland. Dieser Berg ist
so hoch, daß es auf demselben niemals Nacht wird.
Der Berg Ararat, darauf sich die Arche gelagert: Dieser Berg
liegt an den Grenzen Armeniens und hängt an den Kaspischen Gebirgen
in Persien. Die Armenier nennen ihn Messina und die Persier Agri.
Dieser Fels ist von dunkelblauen Steinen und ist fast glänzig. Weil
er viele Bergwerke hat, erscheint er von weitem ganz wachsgelb.
Es ist ein lauterer Fels ohne Holz und ganz kahl. Wer auf diesen
Berg hinauf gehen will zu der Arche Noah, der hat sechs Tag hinauf
zu gehen und kommt in dreierlei Wolken und Winde. Die ersten Wolken
sind neblig, in der Mitte des Berges ist die Luft und die Wolken
ganz kalt und mit Schnee angefüllt. Aber zuoberst auf diesem Berg
sei die Luft gemäßigt und ganz lieblich und keine Veränderung zu
spüren.
Ein Exempel, dass ein Berg umgefallen ist: Man schreibt von
dem schönen Flecken Plurs in Graubünden gelegen, daß Anno 1618,
den 25.Augsten, ein nächstgelegener Berg auf den Flecken gefallen,
welcher die sehr hoffärtigen Einwohner samt dem Flecken bedeckt.
Darüber dieser Flecken alsobald zu einem See geworden. Wo kommen
die Erdbeben natürlicherweise her? Es sagen die Naturkündiger die
Erde habe viel unterirdische Löcher und Gänge in welche der Wind
komme. Wenn dann solche starktreibenden Winde, so in der Erden und
den Erdlöchern verborgen, durchbrechen wollen, so entsteht ein Erdbeben.
Die Ursache, warum die Flüsse meistens in den Bergen entspringen:
Die Berge sind rechte Urquellen der Flüsse, denn sie gehen tief
in die Erde und in die Wasser-Adern. Denn so haben die Wasser auch
ihre Zweige und Äste und ein verborgener Samen. Und so haben die
Berge und die Wasser auch eine Vereinigung mit dem Gestirn, denn
so werden die Berge verglichen mit einem Brennhafen, darunter das
Feuer ist welches die Wasser in die flöhe treiben tut, welches hernach
oben zu den Bergen herausschwitzt und einen Fluß verursachen tut.
Berg-Seen werden beschrieben: Es werden diejenigen Berg-Seen
genannt so auf und zwischen den Bergen liegen, als der Pilatus-Berg-See
auf dem Fracmont bei Luzern, der Eulisberg-See im Unterwaldner-Land,
der Melch-See auf den Bergen im gleichen Land, der St. Gotthards-Berg-See
im Urner-Land, wie auch der Hinderburgersee bei Brienz gegen das
Lepontier- oder OberHasli-Land gelegen. Dieser letzte hat viele
und gute Fische, allein weil er oft und viel gefriert, so sind dieselben
meistens alle blind.
Wunder-Seen werden beschrieben: Man sagt, daß auf dem Fracmont,
allwo der sogenannte Pilatusberg-See anzutreffen ist, der römische
Landpfleger Pilatus soll begraben liegen. Dieser Berg-See habe die
Eigenschaft, wenn man etwas darein wirft, so erfolge durch die Bewegung
alsobald ein Donnerwetter. Eine gleiche Natur soll auch der sogenannte
Eulisberg-See im UnterwaldnerLand haben, denn es soll derjenige,
der in diesen See ruft, kein Jahr mehr leben. Allein, ich halte
solche Beschreibungen nur für eine Fabel, um die Kinder dadurch
abzuschrecken, daß sie nicht auf die Berge gehen.
Wie die Berg-Seen ihr Wasser von der Sündflut bekommen: Die
Natur-Kundigen schreiben von solchen Berg-Seen, daß ihr Wasser von
der Sündflut herkommt, als diese über die höchsten Berge gegangen
ist. Und weil diese Wasser gar eng zwischen den Bergen und in den
Tälern eingeschlossen sind und nicht wie andere Wasser ablaufen
können, haben sie zwischen den Bergen und Tälern verbleiben müssen.
Von den Hunger- und Wunder-Brunnen: Es gibt im Schweizerland
hin und wieder gar viel Hunger-Brunnen auf den Bergen. Diese haben
die Natur, daß wenn es teure Zeiten geben will, so kommt das Wasser
viel stärker aus der Erde und Berge hervor; wenn es aber wohlfeil
werden will, so wird man wenig Wasser an diesen Orten antreffen.
Es ist deswegen ein bekannt Sprichwort: "Große Wasser, kleine Brot,
kleine Wasser, große Brot." Betreffend die Maien-Brunnen: es werden
die Maien-Brunnen genannt, so auf den höchsten Bergen, wo das Vieh
im Mai zur Alp geht, hervorquellen. Hernach tut sich dieser Brunnen
allgemach verlieren. Betreffend die Wundert-Brunnen: so ist ein
solcher Wunder-Brunnen im Qberhasli-Land auf der Äugstlen, dort
auf der Mädis-Alp. Dieser hat die Eigenschaft, daß wenn das Vieh
im Maien auf die Alp oder Berg getrieben wird, so findet das Vieh
kein Wasser. Dann, so fängt das Vieh an zu brüllen, über das so
hört man das Wasser im Erdreich daher rauschen, darauf der Brunnen
hervor quellen tut. Und so hat das Wasser die Eigenschaft, daß es
nicht leiden kann, daß man etwas Unsauberes darin wäscht, ausgenommen
das Milchgeschirr, so allzeit sauber muß gehalten sein. Anders,
so bleibt das Wasser zurück. Hernach, wenn das Vieh davon getrieben
wird, tut sich der Brunnen allgemach verlieren.
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