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das Buch "Grund und Grat" zu Rate ziehen,
in welchem Paul Zinsli alle Ausdrücke zusammengetragen hat, welche
die Bergbewohner für die verschiedenen Bodenformen kennen.
Er ist ein ordentlicher und reinlicher Mensch. Unter dem Dach vor
der Hütte hängen Leitern, lange schmale Wassertröge für die Schafe,
und darunter sind gespaltene Holzvorräte auf geschichtet. Ein paar
Schritte von der Hütte weg steht ein Bänklein für den Abendblick
auf die umliegenden Berge, man sieht zwar nicht besonders weit.
Weiter drüben gegen eine kleine Felswand zu ist eine Quelle gefaßt;
sie sprudelt nicht sondern liegt einfach still und klar zwischen
den Brettern.
Im Innern ist die ganze Hütte gegen die Ritzen mit Zeitungen, Plakaten
und Kartons von Lebensmitteln austapeziert, Elm 1000 m Glarus, France
Sports d'hiver, Einer aß Ravioli, König und Königin von England.
Die Decken für das Strohlager sind an einem Nagel aufgehängt, es
hat auch ein kleines Strohlager für den Hund. Ein wackliger Eisenofen
steht auf vier dünnen Beinen. Über dem Herd ein Besteckhalter mit
ein paar Messern und Gabeln, ein Löffel mit graviertem Stiel ist
besonders platziert, dann zwei Regale mit Tassen und Tellern, einer
Kanne und einem Kesselchen, darunter ein Titelbild eines Heftchens,
Wyatt Earp, Fernsehabenteuer-Reihe, es zeigt einen Mann mit schwarzem
Cowboyhut und schwarzem Colt. Auf der Sitzbank am Tisch liegt die
übrige Lektüre des Schäfers, "Schloß Hubertus" Band 1 und 2 sowie
wie "Der Mann im Salz" von Ludwig Ganghofer. Da es in dem einen
Raum, aus dem die Hütte besteht, keinen Schrank gibt, hängen alle
Geräte und was sonst noch benötigt wird, an der Wand, eine Krätze,
ein Rucksack, eine Säge, ein Schermesser, die Mäntel des Schäfers
aus altem Uniformstoff, dann eine Sturmlaterne, eine Tasche, Schlüsselbünde
aus alten Flaschenverschlüssen, Bürsten, Becken, Pfannen und Pfannendeckel.
Wenn der Schäfer nicht da ist, steht auch der Spaltstock mit der
Axt in der Hütte.
In der Ecke gegenüber dem Ofen, wo man früher die Heiligenbilder
und Marienstatuet-tenaufbewahrte, hängt alles Persönliche des Schäfers.
Er scheint der seltene Fall eines Schäfers zu sein, der genau so
ist, wie sich ein Städter einen Schäfer vorstellt. Er schreibt sich
jedesmal ein, wenn er wieder einen Sommer lang hier war. Auf einem
Karton heißt es
Franz Grünbacher!
Schäfer aus Südtirol
und dann kommen die Jahrzahlen, seit 1958 war er jeden Sommer im
Richetli. Ein Karton einer Cartoleria aus Bozen dient als Rahmen
für ein aufgeklebtes Gedicht, "Der Tag des Herrn", das er aus einer
Zeitung ausgeschnitten hat. Eine abgeschossene Postkarte mit deutschem
Aufdruck und italienischer Briefmarke steckt auch an der Wand, sowie
zwei Vierzeiler von ihm, mit Bleistift auf graue Schachteldeckel
geschrieben. Weiter unten hängt die
Erinnerung Am 25. Juni 19+62 ist mein Treuer Freund und helfer,
nach einem 12 Jährigen Dienst, als zu verlässiger und braver Schäfer
Hund verändet. Er war 8 Jahre bei Kaspar Rhyner als Schäfer Hund,
und 4 Sommer bei mir den jetzigen Schäfer Franz Grünbacher. Kann
nur gutes über ihn berichten, über meinen unvergeslichen Lieben.
Er stand im 15 Lebens Jahre. Bäss
Und darunter, in einem Strauß von Edelweiß und Alpenrosen, die Worte
BERG HEIL und Im Treuen Gedenken! Ich habe in der Hütte sehr gut
geschlafen und bin am anderen Tag weitergegangen, über den Richtlipaß
auf die Wichlenmatt und gegen den
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