 Der Geist des Ortes
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OBEN | |
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Bergfahrten
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Pater Placidus a Spescha
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Die Besteigung des Piz Urlaun, 1788
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ch habe diesen Berg zwei Mal bestiegen;
das erste Mal allein und das zweite Mal mit dem Herrn Johann Lucius
Baron Salis von Haldenstein, der von seinen Lehrern des
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Serninariums, Herrn Karl Witte und Glaubitz
aus Sachsen begleitet war.
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Das erste Mal ging ich Vorwitz halber in das wilde Seitental Russein
mit Namen Glims, um die abwechselnden Gebirgsarten zu untersuchen.
Als ich an den Fuß dieses Bergs gekommen war, kam mich die Lust
an zu versuchen, ob er ersteigbar wäre. Demnach stieg ich über eine
stotzige Schneeseite am Ende des Gletschers nordöstlich hinauf;
je mehr ich stieg, desto atemloser wurde ich; endlich schien es
mir Übel zu werden. Ich hatte unter anderen Lebensmitteln auch Schokolade
bei mir; aber auch diese wollte mir keine Erleichterung erschaffen.
Da erinnerte ich mich, daß die Gemsen, wenn sie in starkem Laufe
sind, öfters in den Schnee beißen und ihn verschlucken. Ich ahmte
sie nach und ward gleich wieder hergestellt. Ich erstieg also beherzt
die Vorstufe des Bergs und sah, daß dessen Giebel ersteigbar wären.
Als ich seitwärts über den Berg wieder herabstieg, traf ich einen
beträchtlichen Vorrat von artig gewachsenen Kristallen an.
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Quelle:
Wo Europa den Himmel berührt. Artemis
Pater Placidus a Spescha Die Besteigung des Piz Urlaun, 1788
Aus: Sein Leben und seine Werke, hrsg. von F. Pieth
u. K. Hager, Bumplitz und Bern, 1913
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siehe auch:
Der Pater und die Greina
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Über den Autor
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Placidus a Spescha * 8. Dezember 1752 in
Trun/Graubünden, † 4. August 1833 in Trun, Benediktinerpater, Alpinist
und Sprachforscher.
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