Genius Loci
Der Geist des Ortes

 
 

OBEN
Prosa

Erklärungsversuche



Herbert Tichy

"Es ist viel über den letzten Sinn und die Beweggründe des Bergsteigens geschrieben worden. Ich kann dem nichts Neues hinzufügen; es gibt, so möchte ich glauben, ein paar Dinge auf dieser Welt, die vollkommen und nicht zu überbieten sind, die in Form, Klang oder Geistigkeit etwas Endgültiges darstellen: etwa eine Statue aus dem alten Griechenland, eine Symphonie von Beethoven, ein Satz aus der Bergpredigt. Ebenso vollkommen und endgültig sind manche Berge. Wenn man demütig ist und dieses Einmalige offenen Sinnes auf sich wirken lässt, fühlt man den grossartigen Hauch des Jenseitigen, das dann keine Schrecken und dunkle Geheimnisse mehr birgt, sondern nur ein strahlendes Glück, das wir im weitesten Sinn Gott nennen dürfen. Der Wunsch nach diesem Erlebnis mag manchen unvorsichtigen Schritt, der das Leben gefährdet, verzeihlich machen."



Über den Autor

Herbert Tichy (1912-1987) war Geologe, Reiseschriftsteller und Bergsteiger. 1933 unternahm er seine erste grosse Fahrt auf dem Motorrad nach Indien.1941 reiste er nach Thailand und China und blieb dort bis 1947; danach folgten zahlreiche Reisen nach Afrika, Asien und Alaska. Am 19.10.1954 unternahm Tichy gemeinsam mit J. Jöchler und dem Sherpa Pasang Dawa Lama die erstbesteigung des Cho Oyu (8153 m)


s.a.: Herbert Tichy - Ein Portrait



 
OM MANI PADME HUM
OM! Juwel im Herzen des Lotus!HUM!

© emmet 2004

 

 

 

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