 Der Geist des Ortes
| | |  OBEN | |  | 
| | Erklärungsversuche
| | Luis Trenker | | Der Mountain-Climber | | | Wenn mich Journalisten und Reporter interviewten, kamen manchmal recht eigenartige Berichte in die Presse. Die "LOS Angeles' Times" hatte mich als " Mountain-Climber" vorgestellt, und eines Tages kam eine Reporterin vom "Observer" und wollte allerlei wissen. Ich versuchte, ihr die Arbeit mit meinem sparsamen Englisch zu erleichtern, und so begann das Frage- und Antwortspiel: | | "Sie sind ein Mountain-Climber?" "Man sagt hier so." "Was tut denn ein Mountain-Climber?" "Er climbt auf die Berge." "Wozu climbt er auf die Berge?" "Weil es ihn freut." "Verdient er dabei Geld?" "Nein, im Gegenteil, es kostet ihn Geld." Die junge Dame notierte meine Antwort, schüttelte den Kopf, schaute mich mitleidig lächelnd an und fragte weiter: "Gibt es viele Menschen, die das tun?" "0 ja, viele- " "Ist es gefährlich, auf die Mountains zu climben?" "Je nachdem, manchmal sehr, manchmal weniger." "Was tut ein Mountain-Climber wenn er am Ziel ist?" "Dann freut er sich, schaut die Aussicht an und rastet." "Und was tut er dann?" "Dann steigt er wieder hinunter ins Tal." "So? Ist das alles?" "Ja, alles." "Hm. Machen das alle Mountain-Climber so?" "Ja, alle." "Aber, wozu ist er denn dann hinaufgestiegen?" fragte sie, nachdem sie auch die letzte Antwort aufgeschrieben hatte. Sie hat sich unter einem Moutain-Climber gewiß etwas Vernüftiges vorgestellt, und nun war es damit leider gar nichts. | | |  | | Quelle: Was der Berg ruft Reclam Leibzig |  | | Über den Autor | | Luis Trenker kam am 4. Oktober 1892 in St. Ulrich im Grödnertal in Südtirol zur Welt. Schon früh verschrieb sich Luis Trenker dem Bergsteigen. Bereits während seiner Schulzeit, von 1903-1912, arbeitete er in den Ferien als Bergführer und Skilehrer. Die als schwierig angesehene Bergführerprüfung legte er ebenfalls noch als Schüler ab. Nach dem Ersten Weltkrieg und mit abgeschlossenem Studium arbeitete Trenker zunächst bis 1927 in Bozen in einem | | Architekturbüro. Nebenbei widmete er sich aber auch weiterhin seiner Leidenschaft mit der Arbeit als Bergführer und Skilehrer. Als Bergführer wurde er 1923 auch schließlich für den Film entdeckt. Zunächst als alpiner Berater eingesetzt, engagierte ihn Dr. Arnold Fanck schließlich auch für die Hauptrollen in seinen Filmen "Berg des Schicksals" (1924), "Der heilige Berg" (1925; mit Leni Riefenstahl) und "Der große Sprung" (1927). 1927 trennte sich Trenker von Fanck und drehte in der Folge eigene Filme, in denen er zumeist Hauptdarsteller, Spielleiter und Drehbuchautor in einer Person war. Sein erster eigener Stummfilm "Der Kampf ums Matterhorn" (1928) wurde ein großer Erfolg. Auch seine folgenden Tonfilme entsprachen mit ihrer Hauptaussage nach einem urwüchsigen, naturverbundenen Leben dem Geschmack der Zeit und wurden alle ebenso große Erfolge. Die Filme "Berge in Flammen" (1931), "Der verlorene Sohn" (1934), "Der Kaiser von Kalifornien" (1936), "Der Berg ruft" (1937) und "Liebesbriefe aus dem Engadin" (1938) kamen daher auch bei den Nationalsozialisten gut an. Nach dem Krieg kehrte Trenker zurück nach Südtirol. Er drehte zunächst eine Reihe kleinerer Dokumentarfilme und ab 1949 auch wieder Spielfilme wie "Duell in den Bergen" (1949) und "Wetterleuchten um Maria" (1957). Auch im Fernsehen war Trenker in der Nachkriegszeit häufiger Gast wie 1959 in der ARD-Sendung "Luis Trenker erzählt". In seinen letzten Lebensjahren setzte er sich besonders für den Umweltschutz ein. 1978 gehörte er zu den Unterzeichnern einer Wählerinitiative der "Grünen". Er starb am 12. April 1990 in Bozen im Alter von 97 Jahren. |
 |  |
|