
Der
Geist des Ortes
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OBEN |
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Erklärungsversuche
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Friederich von Tschudi
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Thierleben der Alpenwelt
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Appenzeller Sennenhund
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Bei vielen Viehherden auf der Alp findet
man einen sogenannten Sennenhund. Naht sich ein Wanderer der Alphütte,
so begrüsst ihn zuerst der hellbellende Hund, dann das Gekose der
sich sonnenden Schweinefamilie. Die Sennen brauchen jene kurzhaarigen,
mittelgrossen, vielfarbigen Hunde, die sich strichweise im ganz
reinem spitzartigem Schlage vorfinden, teils zum Zusammentreiben
der Herden, teils zur Hut der Hütte. Die nämlichen, sehr treuen
und sehr wachsamen Hunde begleiten sie stets, wenn sie die Milch
ins Tal oder zur Stadt tragen
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Der Stollenwurm (Tatzelwurm)
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Vor Alters wimmelte es in unserem Lande
von ungeheuren und schauderhaften Schlangen; Lindwürmer und Drachen,
welche harmlose Bauern wie Zuckerbrod wegfrassen und ganze Heerden
verschlangen, bewohnten nicht nur das Drachenloch und den Pilatus,
sondern hundert Thäler und Schluchten aller Berge. (...)
J.J. Wagner (erzählt uns) in seiner 'Historia naturalis Helvetiae
curiosa' aus dem 17. Jahrhundert eine Menge angeblich verbürgter
Geschichten von dem Vorkommen von Drachen, die er ordentlich und
ernsthaft in geflügelte, befusste und fusslose eintheilt. (...)
Im Berner Oberlande und im Jura findet man noch heute allgemein
den Glauben verbreitet, dass es 'Stollenwürmer' gebe, das heisst
3-6 Fuss lange, dicke Schlangen mit zwei kurzen Füssen, die nur
bei anhaltender Trockenheit vor Eintritt des Regenwetters zum Vorschein
kämen, und viele rechtschaffene und glaubwürdige Leute betheuern,
solche Thiere selbst gesehen zu haben. Wirklich fand auch im Jahr
1828 ein Solothurner Bauer in einem vertrockneten Sumpfe ein ähnliches
todtes Thier und legte es bei Seite, um es zu Professor Hugi zu
bringen. Inzwischen frassen es aber die Krähen halb auf. Das Skelett
kam nach Solothurn, wo man aber nicht klug daraus wurde, und wanderte
dann nach Heidelberg, ohne dass man über sein Schicksal etwas Weiteres
erfuhr. (...)
Unseren Naturforschern ist es noch nichtgelungen, Skelette oder
sichere Spuren solch grosser Schlangen aus der geschichtlichen Zeit
in unserem Lande aufzufinden - und es wird auch nicht gelingen.
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Quelle:
Friedrich von Tschudi
Thierleben der Alpenwelt -Leipzig 1854
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Über den Autor
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Niklaus Friedrich von Tschudi, Politiker
und Naturforscher. Geboren am 5. Mai 1820 in Glarus, gestorben am
24. Januar 1886 in St Gallen.
Er versah zwischen 1842 und 1846 das evangelische Niklaus Friedrich
von TschudiPfarreramt in Lichtensteig, das er bald wegen gesundheitlichen
Störungen aufgeben musste und lebte danach als Privatgelehrter und
Schriftsteller auf dem Gut Melonenhof bei St. Gallen. Gründer und
Präsident der st. gallischen Sektion des Schweizerischen Alpenclubs.
Mitbegründer und erster Präsident
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des Historschen Vereins St. Gallen von
1859 bis 1863. Ständerat und Mitglied des Eidgenössischen Schulrats
1880. Schweizerischer Verterter an der Weltausstellung in Wien 1883.
Er verfasste einen Reiseführer: "Der Tourist in der Schweiz". Sein
Hauptwerk war des "Tierleben der Alpenwelt", in dem er die wildlebenden
Tiere der Berg-, Alpen- und Schneeregion beschrieb.
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