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Wandern

GTA

n den Alpen konzentriert sich der Tourismus in der Regel auf einige wenige besonders interessante Städte, Täler, Seen oder "Modegebieten". Nur etwa 10 % aller Alpengemeinden haben eine große touristische Infrastruktur, bei nur einem Drittel aller Alpenregionen spielt der Touris-

mus im Rahmen der Regionalwirtschaft eine relevante Rolle.

Die Alpen zerfallen so in zwei sich völlig unterschiedlich entwickelnde Bereiche. Auf der einen Seite der überwiegend, touristisch und großstadtätisch orientierte Bereich, auf der anderen Seite unbekannte Gebiete wie die Cottischen- und Ligurischen Alpen, die durch Abwanderung immer weiter in der traditionellen Bergbauernwirtschaft bedroht werden. Nicht nur für diese beiden Alpengebiete spielt in der heutigen Zeit der Tourismus eine zentrale Rolle in Erhalt und Ausbau der wenigen vorhandenen Arbeitsplätze. Angesichts der großen Probleme, die der Massentourismus mit sich bringt, kann nur eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus die Lösung der Probleme für diese unbekannten Gebiete bedeuten.

Dieser Weitwanderweg gehört nicht zu den bekannten, einfachen oder häufig begangenen. Nein, der GTA hat auf den ersten Blick nichts spektakuläres oder atemberaubendes, ihm fehlen auch all die Attribute, die der Otto-Normal-Wanderer auf seinen Wanderungen erwartet. Aber für den Individualisten, den Abenteurer bietet er viel, ungemein viel!

Die GTA ist wohl der faszinierendste Weitwanderweg in gesamten Alpenraum. Beginnend in Domodossola führt er über 650 km in ca. 55 Tagesetappen bis zum Mittelmeer und berührt dabei so unbekannte, touristisch unerschlossene Gebiete wie die Cottischen, Ligurischen, Grajischen oder Peninnischen Alpen.

Die in der Regel anspruchsvollen Tagesetappen, die schon mal mehr als 6 Stunden ausmachen können, führen von einem Talort über einen Paß wieder in einen Talort. Übernachtet wird dabei in den sogenannten "Posto Tappa", den Etappenunterkünften in den Bergdörfern oder Weilern. Diese Posto Tappa sind kleine familiäre Hotels, die auch schon mal ein altes Schulhaus oder sogar ehemaliges Priestererholungsheim sein können. Eine Möglichkeit zum Abendessen bieten entweder die Unterkünfte selbst, ein Restaurants bzw. Privatpersonen, oder ein Lebensmittelladen. Die sonst so gern besuchten "Hütten " findet der Wanderer hier ganz selten.

GTA
Aufbruch im Nebel. Bivacco Lanti,
Colle de Turlo.

Hier an dieser Stelle beginnt das Konzept des GTA zu greifen. Auf diese einfache Art und Weise erschließt die GTA der einheimischen Bevölkerung vor Ort eine Einnahmequelle und trägt so dazu bei, die Abwanderung aus den Tälern zumindest teilweise zu stoppen.

Große Investitionen in problematische Neubauten und die Anlage von neuen Wegen in den Höhenregionen wurden zu Gunsten der vorhandenen Strukturen vermieden, so das die Landschaft in ihrer Ursprünglichkeit erhalten bleibt.

Die Wegführung richtet sich nach alten Schmugglerwegen, Militärstraßen, Saumpfaden, und, wo hat man das schon, alten Römerstraßen. Dem Wanderer erschließt sich so eine Bergbauern-Kultur- und Natur-Landschaft, die nicht, wie sonst in den Alpen, von Menschenmassen überrannt wird. Ein Massentourismus nach dem Vorbild der Ost- oder West-Alpen ist wegen der geringen Zahl an Übernachtungs-möglichkeiten nicht möglich und auch nicht erwünscht. Die GTA lebt vom Einzelwanderer und nicht von der Masse.

Die Unterstützung durch die italienischen Regional- oder Provinzbehörden ist denkbar schlecht. Man hat die Bedeutung des nachhaltigen Projekts GTA nicht erkannt oder nicht erkennen wollen.

Ab 1992 begannen dann einige Berggemeinden und Initiativen, eigene Projekte zu initiieren und zu vermarkten. Man hatte endlich gemerkt, das es sich nicht lohnt, länger auf die Unterstützung von außen zu warten, sondern selber handeln muß. Ein gutes Beispiel für eine Initiative von unten ist die "comunita montana Valle Maira". Hier begann man, alte Wanderwege wieder herzurichten, eine eigene Infrastruktur auf zubauen und selbständig zu vermarkten. Mit das guten Erfolg.

Die GTA begeht man je nach Wetter oder Öffnungszeiten der Posto Tappas von Juni bis September. Die Markierung des Weges ist in der Regel ausreichend. Da aber die Makierungsarbeiten den jeweiligen Gemeinden obliegt, kann sie schon mal vernachlässigt worden sein. Das trifft insbesondere auf der weniger begangenen Ostroute zu. Als Wanderführer empfehlen sich die zwei hervorragenden Wanderführer von Werner Bätzing (Grande Traversata delle Alpi. GTA, Werner Bätzing Teil 1: Der Norden, Teil 2: Der Süden, Verlag der Weitwanderer). Der Autor, intimer Kenner dieser Region, beschreibt hier nicht nur die Etappen, sondern gibt auch jede Menge Hintergrundinformationen zum GTA. Die Blätter des Instituto Geographico Centrale eignen sich als Wanderkarten.

Die GTA ist ein hervorragendes Beispiel für "alternativen" oder auch sanften Tourismus. Zu einem solchen Projekt gehören immer zwei Seiten: erstens die Anbieter, über die wir schon gesprochen haben und diejenigen, die diese Angebote annehmen, also die Wanderer.

Stroppia-Wasserfall
Stroppia-Wasserfall, Maira-Tal

Allein die Tatsache, sich für den GTA als Wanderweg entschieden zu haben, bedeutet auseinandersetzen; ausein-andersetzen mit sich, der Kultur, der Landschaft. Das Bedeutet, das falsche (romantische, idyllische) Naturbilder zerstört

werden und die Wahrnehmung auf das Wesentliche reduziert wird. Natur und Kultur erhalten einen neuen Stellenwert.



Quelle:Internet; Bätzing, W. Grande Traversata delle Alpi, vlg d. Weitwanderer

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LINK zun Thema

Umfangreiche Seite zum GTA mit weiterführenden Links
Link:www.gtaweb.de/----und speziell www.valsesia.de

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