 Der Geist des Ortes
| | |  OBEN | |
 |  |  | | »Warum der Berg so faszinierend sein kann, darüber haben wir oft gesprochen, uns oft danach gefragt, uns, die Freunde und viele andere. Wir haben Antworten gesucht, Antworten probiert, publiziert, kritisiert - und waren nie mit ihnen zufrieden. « Martin Hörmann - Gesetze kommen von den Bergen
| | Die Berge sind alt, sogar steinalt.
In der Frühzeit der Menschheit waren Natur und Mensch eine Einheit. Die Natur war Bestandteil des menschlichen Denkens und Berge waren mystische Orte, an denen sich Himmel und Erde berührten, der Mensch mit Gott in Kontakt kam. Berge waren Orte der Rituale, Gipfel waren die Wohnsitze der Götter. | | Mit der Ausbeutung der Gebirge begann der Mensch Jahrtausende später. Die Berge wurden nun mehr als Hindernis für seine Expansion empfunden, der Mensch löste sich von seiner ganzheitlichen Weltsicht. Menschen siedelten in immer abgelegeneren Regionen, Wälder wurden gerodet, die Almwirtschaft entstand. Erzlagerstätten wurden entdeckt, Stollen in den Fels getrieben und der Abraum in der Landschaft entsorgt. | | Im 18. Jahrhundert änderte sich die Einstellung erneut. Aus Forscherdrang und Abenteuerlust wurde der Alpinismus geboren. Berge wurden nun um ihrer selbst willen erstiegen und erforscht. Der Naturschutzgedanke fasste Fuß unter dem Motto: "Was man liebt, das schützt man". Alpinisten und Wissenschaftler waren bemüht, die Ursprünglichkeit der Gebirge zu erhalten. Dieser Drang in die Höhe, das auf die Berge steigen wollen, ist übrigens eine rein europäische "Erfindung". Im Himalaya kämen die Einwohner nicht auf diesen Gedanken, es sei denn aus rituellen Gründen. | | Für sie waren und sind die Berge die Wohnorte der Götter und damit heilig. Die alte Frage lautet: Warum steigt der Mensch auf die Berge? Es gibt darauf so viele Antworten wie es Menschen gibt, die auf die Berge steigen. Der Moutainbiker wird eine andere Antwort geben als der Wanderer: sich zu bestätigen; die Natur genießen, sich selbst zu finden. |
|
Aber allen gemeinsam ist der Wunsch nach Einsamkeit
und Erleben. Aber die Gegenbenheiten haben sich verändert.
Das Erlebnis der Bergeinsamkeit wird durch den Massentourismus gestört.
Von uns, den Bergsteigern, Wanderern und Erholungsuchenden, wird
es abhängen, wie das Abenteuer "Berg" ausgehen wird: Rummelplatz
oder Refugium, Bühne der Eitelkeiten oder Ort der Ruhe.
Weitere Erklärungsversuche:
Luis Trenker: Der Mountain-Climber
Herbert Tichy |

|