Genius Loci steht wortgemäß übersetzt für den Geist des Ortes.

Genius Loci im religiösen Bereich

In der römischen Mythologie bezeichnete der Geist den Schutzgeist (genius), häufig dargestellt in der Form einer Schlange. Somit bezog sich Genius Loci zumeist auf religiöse Orte, wie beispielsweise Tempel, aber auch Bauwerke oder Städte können damit gemeint sein.

Dies unterscheidet sich von der Definition im Christentum. Hier wird der Begriff Geist anders ausgelegt, nämlich als eine nicht genau zu bestimmende Spiritualität. Somit bezeichnet Genius Loci hier eine geistige Atmosphäre eines Ortes, geprägt durch den Menschen.

Genius Loci in der Architektur und der Politik

Logischerweise ist die Definition des Begriffes in der Architektur eine andere, da hier religiöse Aspekte mehr außen vor gelassen werden. Hier werden bauliche Vorgaben oder Merkmale, welche einen Entwurf prägen, als Genius Loci bezeichnet. Dabei bezieht sich der Begriff vor allem auf die ausstrahlende Aura oder Atmosphäre eines Ortes.

Auch im politischen Bereich hat dieser Begriff eine Bedeutung. So werden Orte als Genius Loci bezeichnet, in welchen bi- oder multilaterale Verträge ausgehandelt werden. Beispielsweise ist der Spiegelsaal in Versailles, wo der Vertrag von Versailles unterzeichnet wurde, so ein Ort. Allerdings können damit auch Orte bezeichnet werden, in denen andere historisch relevante Ereignisse stattfanden. So beispielsweise Stalingrad, wo die Schlacht von Stalingrad stattfand, eine der bekanntesten Schlachten des zweiten Weltkriegs.